12. Dezember 2019 Hans-Raimund Kinkel

Yosemite National Park im Winter entdecken

Atemberaubende Granitfelsen. Unglaubliche Artenvielfalt. Gletscher, Wälder und Wasserfälle. Diese beeindruckende Landschaft bildet die Kulisse für Outdoor-Enthusiasten, die jedes Jahr in den Yosemite Nationalpark kommen. In den ruhigeren, kalten Wintermonaten lockt der Park mit seinen schneebedeckten Gipfeln nicht nur Wintersportfans an. Auch Naturliebhaber genießen die Einsamkeit und atemberaubende Schönheit der Winterlandschaft. Sie bietet eine ganz besondere Kulisse für Naturerlebnisse.

Wildtierbeobachtung im Winter

Der Nationalpark bietet eine Heimat für mehr als 250 verschiedene Tierarten von den Waldgebieten über die höher gelegenen, baumarmen Bereichen bis hin zur alpinen Zone. Das Aufspüren von Wildtieren oberhalb der Schneegrenze gehört zu den fesselndsten Winteraktivitäten von Yosemite. Fester Schnee kann für Anfänger ein schwer zu lesender Untergrund sein. Aber während geführter Touren fällt es leichter, die Spuren zu identifizieren. Die Tierwelt im Winter unterscheidet sich von der im Sommer. So ist es im Winter schwieriger, Bären zu sichten. Auch die auffälligen Geweihe der Hirsche sind oft schon abgeworfen. Während Parkbesucher in Yosemites schneebedecktem Wunderland unterwegs sind, haben sie die Chance, Wildtiere wie Schwarzschwanzwild, Raben, Douglas-Eichhörnchen und die blau-türkis schimmernden Diademhäher zu beobachten.

Vielleicht stoßen Besucher des Parks auch auf den schwer fassbaren Rotluchs oder ein Dickhornschaf. Mit etwas Glück trifft man auf die selten zu sichtenden Kojoten, die vorzugsweise im Winter durch das Tal jagen, wenn es weniger von Menschen überlaufen ist. Die Chancen sind groß, im ruhigeren Winter, einem scheuen Maultierhirsch nahe zu kommen. Zur Beobachtung sollten sich Besucher bereits in der Morgendämmerung auf die Spurensuche begeben. Erfolgreich kann die Suche im El Capitan Valley und am Merced River sein, der ganzjährig Wasser führt. Der Merced River ist auch ein guter Ort, zahlreiche Vogelarten zu beobachten.

Die Spurensuche ist auf ausgewiesenen Wanderwegen selbständig möglich. Geführte Touren sind u.a. über Yosemite Conservancy buchbar.

Schneeschuhwanderungen und beim Skilanglauf

Eine entspannte Art den Nationalpark zu erkunden und dabei die Spuren der Tierwelt zu entdecken, ist das Schneeschuhwandern oder Langlaufen. Schneeschuhtouren sind die beste Möglichkeit, das Hinterland des Yosemite Nationalparks zu erkunden.

Mit dem Yosemite Mountaineering School and Guide Service können Gäste bei einer rund sechsstündigen Tour durch die Wälder und über schneebedeckte Wiesen wandern und dabei den spektakulären Ausblick vom Dewey Point genießen. Bei Schneeschuhtouren auf eigene Faust sollten Gäste die Morgen- und Abenddämmerung (mit Stirnlampen) nutzen. Dies sind die idealen Stunden, um beispielsweise Nerze oder Flussotter zu beobachten. Bei einer zweistündigen geführten Schneeschuhwanderung in Vollmondnächten erleben Gäste die mystische Atmosphäre im Badger Pass Skigebiet. Der Vollmond wirft dabei ein ganz besonderes Licht auf die weiße Schneelandschaft. Touren sind über die Rezeptionen der Unterkünfte buchbar. Ein weiterer Anbieter für Touren durch den Schnee ist die Yosemite Cross-Country Ski School.

In den höheren Lagen des Nationalparks gibt es Hunderte von Kilometern an Skigebieten für Langläufer. Die Loipen führen idyllisch vorbei an alte Mammutbäume, über Felder und entlang von Flüssen durch den Park. Eine der schönsten Touren führt geübte Langläufer zum Glacier Point. Der knapp 34 km lange Rundweg lädt dazu ein, die Natur des Parks in Ruhe zu genießen. Wer mag, bewältigt den Rundweg an einem Tag. Alternativ kann man einen Stopp in der Skihütte am Glacier Point einplanen, wo Gäste sich bei einem gemütlichen Feuer, heißer Schokolade und einem deftigen Essen aufwärmen und entspannen können. Der Glacier Point liegt auf knapp 1.000 Metern Höhe und bietet spektakuläre Ausblicke auf das Yosemite Valley und den Half Dome. Für einen kürzeren, aber sehr malerischen Ausflug empfiehlt sich der knapp 6 km lange Meadows Trail (einfache Strecke) zum Dewey Point.

Gemütliche Unterkünfte im Nationalpark

Viele Unterkünfte im und rund um den Park bleiben ganzjährig geöffnet. Nach der Winterspurensuche können sich Gäste am Kamin der Ahwahnee Bar aufwärmen und im zeitlos eleganten Hotel The Ahwahnee am östlichen Ende des Yosemite Valley die Wintermagie genießen. Die Yosemite Valley Lodge hingegen ist eine beliebte Wahl für Familien und Gruppen. Die unmittelbare Nähe zu den Yosemite Falls macht die Lodge zu einem perfekten Ausgangspunkt für Erkundungen des Yosemite Nationalparks. Ihre Glas- und Holzarchitektur im Einklang mit der Umgebung und die großzügigen Fenster erlauben eine beeindruckende Aussicht. Das Wawona Hotel (geschlossen von Anfang Januar bis Ende März) aus der viktorianischen Zeit wurde ursprünglich 1856 gegründet. Dieses historische Wahrzeichen liegt gut 16 km vom Yosemite Valley entfernt am Highway 41.

Über den Yosemite National Park

Der in Kalifornien gelegene Nationalpark wurde 1890 gegründet und wird seit 1916 vom National Park Service verwaltet. Jährlich zählt der Yosemite National Park im Durchschnitt vier Millionen Besucher, die sich an den zahlreichen Wasserfällen, Granitfelsen und Mammutbäumen erfreuen. Ganzjährig lädt der Park zu Aktivitäten ein. Im Winter können sich die Wetterbedingungen im Park schnell ändern. Aktuelle Informationen gibt es auf der Seite des National Park Service (https://www.nps.gov/yose/planyourvisit/conditions.htm). Alle Fahrzeuge sollten in den Wintermonaten Schneeketten mit sich führen. In vielen Gebieten herrscht Schneekettenpflicht. Die Eingänge CA 41 von Oakhurst, CA 140 aus Mariposa und CA 120 West von Groveland kommend sind ganzjährig geöffnet. Tioga Road, Glacier Point Road und die Mariposa Grove Road sind wegen Schneefällen ab November bis etwa Mai geschlossen.

Mehr Informationen über den Yosemite National Park unter https://thenationsvacation.com/destinations/yosemite-national-park/. Alle Fotos: © Aramark

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