27. Mai 2020 Hans-Raimund Kinkel

Wandern im Thüringer Wald: Wälder, Täler und Kultur

Abwechslungsreich, aussichtsreich, in natürlicher Umgebung und hervorragend markiert – die Wanderwege im Thüringer Wald sind vom Deutschen Wanderverband ausgezeichnet und zertifiziert. Vor allem aber sind sie eindrucksvolle Wander-Erlebnisse mitten im Thüringer Wald. Neben dem Rennsteig, dem berühmten Traditions-Fernwanderweg mit Misch- und Nadelwäldern, Bergwiesen und Panoramablicken gibt es noch weitere erlebenswerte Wanderwege: den Gipfelwanderweg Suhl, Panoramaweg Schwarzatal, Goethewanderweg, Hohenwarte-Stausee-Weg und den Weg „Von Bach zu Goethe“.

„Qualitätswege Wanderbares Deutschland“ im Thüringer Wald

Wer sich bei der Wahl seiner Wanderrouten im Thüringer Wald orientieren möchte, dem empfiehlt das Prädikat „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ einige ganz besondere Wege. Welche Wege diesen Titel tragen dürfen, entscheidet der Deutsche Wanderverband mit 58 Gebietsvereinen nach messbaren Kriterien. Zum Beispiel muss die dauerhafte Wegepflege über den gesamten Nutzungszeitraum gewährleistet sein. Geschulte und kompetente Wegeexperten von Wandervereinen, Großschutzgebieten und dem Tourismus überprüfen dies. Der Qualitätsweg ist in das Konzept der Europäischen Wandervereinigung eingebettet. Es zeichnet unter dem Namen „Leading Quality Trails – Best of Europe“ attraktive Wanderwege nach transparenten und umfassenden Kriterien aus. Im Thüringer Wald gibt es insgesamt fünf zertifizierte Wanderwege neben dem bekanntesten und beliebten Höhenwanderweg des Thüringer Waldes – Der Rennsteig von Hörschel nach Blankenstein.

Gipfelwanderweg Suhl: Über die sieben höchsten Berge am Rennsteig

Eindrucksvolle Wandererlebnisse im Thüringer Wald – eine Mischung aus Misch- und Nadelwäldern, Bergwiese und Panoramablicken. © Dominik Ketz

Insgesamt 33 Kilometer Länge mit Start- und Zielpunkt in Suhl sowie eine Dauer von rund sieben Stunden – der Gipfelwanderweg Suhl mit dem Schwierigkeitsgrad „schwer“ gilt als einer der ersten Wege, der vom Deutschen Wanderverband mit der Zertifizierung „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ausgezeichnet worden ist. Freie Blicke und wunderbare Aussichten sind bei der Ganztagestour durch Wälder und Täler garantiert. Die Wanderroute führt von Suhl-Goldlauter-Heidersbach über die sieben höchsten Berge im Rennsteiggebiet sowie im Thüringer Wald zurück an ihren Ausgangspunkt in Suhl, Deutschlands größter „Staatlich anerkannter Erholungsort“.

Panoramaweg Schwarzatal: Die schönste Verbindung zwischen Rennsteig und Saaleland

Der Panoramaweg im Schwarzatal verbindet den Rennsteig mit dem Saaleland. © Dominik Ketz

Der Panoramaweg Schwarzatal führt um einen der schönsten Gebirgsflüsse Deutschlands, um die Schwarza. Die Wanderroute verbindet den Rennsteig mit dem Saaleland. Wanderer werden auf diesem zertifizierten Qualitätsweg die Burg Greifenstein, das Zeughaus Schloss Schwarzburg, den Fröbelturm und Barigauer Turm sowie weitere Museen entdecken. Dazu erwartet Naturliebhaber auf diesem Qualitätsweg viele unberührte Naturräume, naturbelassene Wälder sowie aussichtsreiche Berge.

Wenn es rauscht „Von Bach zu Goethe“

Auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe kann man Natur und Kultur in einer besonderen Wanderung erleben. Das Goethehäuschen liegt auf 861 Metern und ist der Höhepunkt des Goethe-Wanderweges. © Dominik Ketz

Die zertifizierte Wanderroute Von Bach zu Goethe führt von Arnstadt nach Ilmenau. Der Wanderweg verbindet die Wirkungsstätten des Musikers Johann Sebastian Bach, der seine erste feste Anstellung als Organist in Arnstadt hatte, und des Literaten Johann Wolfgang von Goethe. Der prämierte Wanderweg führt zum ehemaligen Schloss Neideck, vorbei am Theater im Schlossgarten und dem Sport- und Freizeitbad auf den Lutherweg direkt in den Thüringer Wald. Sanfte Hügellandschaften, die Wehrkirche in Reinsfeld und die Talsperre Heyda, das Naturschutzgebiet Ziegenried und Veronika Berg sind Teil dieser Route, die ihr Ende am GoetheStadtMuseum in Illmenau hat.

Natur und Kultur: Wandern auf den Spuren von Johann Wolfgang von Goethe

Der Schwalbenstein ist ein Felsen und Wanderziel im Thüringer Wald am Goethewanderweg. © Dominik Ketz

„Über allen Gipfeln ist Ruh, in allen Wipfeln spürest du kaum einen Hauch; die Vögelein schweigen im Walde. Warte nur – balde ruhest du auch“, steht auf der inneren Bretterwand in einer schlichten Jagdhütte auf dem Kickelhahn geschrieben. Es ist ein Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe, das im frei zugänglichen Goethehäuschen in 16 Sprachen nachzulesen ist. Das Goethehäuschen auf 861 Metern ist der Höhepunkt des Goethe-Wanderweges mit einer Länge von 20 Kilometern zwischen Ilmenau und Stützerbach. Der große Reiz des ersten prämierten Qualitätsweges liegt im Erleben von Kultur und Natur. Seine Route führt an der oberen Altstadt vorbei am Zechenhaus und auf den Mittleren und Oberen Berggrabenweg. Zauberhafte Durchblicke ins Manebacher Tal erhascht man am Weg zu Berthas Quelle und zum Schwalbenstein. Auf dem 24 Meter hohen Kickelhahnturm gewinnt man einen atemberaubenden Blick über den Thüringer Wald und sein Vorland.

Am Hohenwarte-Stausee-Weg durch das größte zusammenhängende Stauseegebiet Europas

In insgesamt vier Etappen mit einer Länge von 16 bis 22 Kilometern ist der Hohenwarten-Stausee-Weg unterteilt. Auf 75 Kilometern bietet das größte zusammenhängenden Stauseegebietes Europas eine wunderschöne Landschaft. © Dominik Ketz

Mit rund 75 Kilometer Länge führt der Hohenwarte Stausee Weg durch eine wildromantische Landschaft des größten zusammenhängenden Stauseegebietes Europas. Die Route ist in insgesamt vier Etappen mit einer Länge von 16 bis 22 Kilometern unterteilt und in zirka sechs bis sieben Stunden, in einer gemütlichen Ganztagestour, zu bewältigen. Der Ausgangspunkt dieses Qualitätsweges befindet sich an der Sperrmauer in Hohenwarte. Besondere Sehenswürdigkeiten auf dieser Strecke sind das Wasserkraftmuseum Ziegenrück, die Hütte Mooshäuschen und die Fernsicht auf die Saaleschleife.

Weitere Informationen unter www.thueringer-wald.com www.tourenportal-thueringer-wald.de; Startfoto: Ein Highlight auf dem 75 Kilometer langem Hohenwarte Stausee Weg ist die Fernsicht auf die Saaleschleife. © Dominik Ketz

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