22. Januar 2022 Hans-Raimund Kinkel

Sieben Städtchen in Washington State

In Washington State kann man ganzjährig Urlaub machen und Aktivitäten und Abenteuer in allen vier Jahreszeiten erleben. Die vielfältige Landschaft des Bundesstaates bietet 365 Tage im Jahr atemberaubende Naturschönheiten. Es ist ein Wunderland für Naturliebhaber.

Um Washington richtig zu erleben, sollte man auch eine Kleinstadt abseits der touristischen Pfade besuchen. Hier stellen wir sieben Städtchen aus Washington vor. In jeder gibt es das ganze Jahr über Spannendes zu sehen und zu erleben. Vom prächtigen Herbstlaub über atemberaubende Schneelandschaften und riesige Felder blühender Tulpen, bis hin zu den langen Sonnentagen im Sommer. Wenn man alle sieben Kleinstädte besucht, umrundet man den den ganzen Staat.

Winslow, Bainbridge Island

Winslow liegt auf Bainbridge Island und ist mit der Fähre in 35 Minuten vom Stadtzentrum Seattles aus zu erreichen.

Wenn Sie in Seattle sind und noch mehr erkunden möchten, nehmen Sie eine Fähre nach Bainbridge Island, wo sich die kleine Stadt Winslow befindet. Nehmen Sie sich genug Zeit, um die Schätze des Ortes zu erkunden. Wenn Sie nur einen Tag Zeit haben, sollten Sie die Rückfahrt nach Seattle bei Sonnenuntergang antreten, um die beleuchtete Skyline der Stadt zu sehen.

Winslow Downtown

Das Bainbridge Island Art Museum (BIMA) ist eines der ersten Gebäude, das Sie nach dem Verlassen der Fähre sehen. Der Eintritt ins Museum es ist kostenlos. Genießen Sie die fantastischen Ausstellungen, die alle drei Monate wechseln, sowie den faszinierenden Bücherraum.

Winslow ist das Herz und die Seele von Bainbridge Island. Die Hauptstraße dieses charmanten Dorfes lädt zum Schlendern ein. Spazieren Sie die Straße entlang, trinken Sie einen Kaffee und essen Sie einen Happen. Außerdem können Sie eine Weinprobe machen, in den vielseitigen Boutiquen und Galerien stöbern oder die Yachten im Eagle Harbor Marina begutachten.

Auf der anderen Seite von Eagle Harbor können Besucher das Japanese Exclusion Memorial besuchen – eine Freiluftausstellung, die an die Inhaftierung der japanischen Amerikaner auf der Insel erinnert, die am 30. März 1942 zum Verlassen der Insel aufgefordert wurden. Dieses Jahr ist der 80. Jahrestag.

Wenn Sie mit dem Auto unterwegs sind, sollten Sie unbedingt einen Halt am 150 Hektar großen Bloedel Reserve mit seinen spektakulären Wanderwegen, Bächen, Teichen, Gärten und dem ehemaligen Wohnhaus der Familie Bloedel, das heute ein Museum ist, einlegen.

Tipp: Seattle wurde nach dem Häuptling der Duwamish benannt, der für eine Rede über den verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt und die Wahrung der Landrechte seines Volkes berühmt wurde.

Vom Bloedel-Reservat sind es sieben Minuten bis zur Grabstätte von Chief Seattle in der Nähe des Suquamish-Museums – ein Muss, bevor es eine Stunde weiter nach Port Townsend geht, um die Fähre nach Coupeville zu nehmen.

Coupeville Ebey’s Landing Jack Penland

Coupeville liegt im Zentrum von Whidbey Island und ist mit der Fähre von Port Townsend und über die Deception Pass Bridge im Norden erreichbar.

© Coupeville Ebey’s Landing Jack Penland

Coupeville ist die zweitälteste Gemeinde Washingtons und kann auf eine Geschichte, die mehr als ein Jahrhundert zurückliegt, blicken. Entlang der historischen Uferpromenade können Sie 100 Jahre alte Gebäude entdecken, die einst Pferdeställe oder Friseurläden waren und heute Cafés, Wein- oder Buchläden beherbergen. In der Front Street finden Sie kleine Geschäfte mit lokalen Handwerksprodukten und Galerien. Sehen Sie sich unbedingt den Kai von Coupeville an, der von der Front Street aus ins Wasser ragt. Das ikonische rote Gebäude kann nicht übersehen werden. Es ist Teil der faszinierenden Geschichte von Whidbey Island, und wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, ist das Island County Museum eine gute Anlaufstelle.

Die Restaurants am Wasser bieten einen Blick auf die Penn Cove, die Heimat der berühmten Washingtoner Muscheln. Nur ein paar Minuten entfernt liegt das historische Captain Whidbey Inn. Es liegt direkt am Ufer der Bucht und ist bekannt für sein berühmtes Rezept der Penn Cove Mussels, die in Weißwein und Knoblauch sautiert werden. Genießen Sie es, dieses Gericht selbst zuzubereiten.

Coupeville liegt im Herzen von Ebey’s Reserve, das eine Partnerschaft mit dem National Park Service eingegangen ist – die erste seiner Art in den USA überhaupt. In Coupeville finden Sie einigen der ältesten Häuser des Staates. Einige Meilen entfernt liegt der Fort Casey State Park mit Wanderwegen und Ausblicken auf die Olympic Peninsula.

Tipp: Anfang März findet jährlich das MusselFest statt und man feiert die köstlichen und preisgekrönten Muscheln, die in Coupeville’s Penn Cove gezüchtet werden.

Machen Sie sich auf den Weg zum Deception Pass State Park, eine halbe Autostunde nördlich, mit seinen Stränden und Wanderwegen, die sich durch dichte Wälder schlängeln. Überqueren Sie die 54 Meter lange Deception Pass Bridge und fahren Sie 20 Minuten nach Anacortes, um die Fähre nach Friday Harbor zu nehmen.

Friday Harbor – Biking San Juan Islands

Der Ort Friday Harbor liegt auf den San Juan Islands, eine Stunde mit der Fähre von Anacortes entfernt.

© Biking San Juan Islands

Die San Juan Islands, die von der Zeitschrift Travel + Leisure auf Platz 4 der Top-Inseln der kontinentalen USA und Kanadas gewählt wurden, sind ein Archipel mit mehr als 400 Inseln und 769 km Küstenlinie. Friday Harbor ist das Juwel der Inseln. Ein malerischer, historischer Schatz im pazifischen Nordwesten, dessen Hafen nur wenige Schritte vom Fähranleger entfernt liegt. Zudem ist die Fahrt mit der Fähre zu dieser charmanten Stadt, Teil des Vergnügens eines Besuchs, denn das Schiff schlängelt sich durch wunderschöne, von immergrünen Wäldern umgebene Inseln. Besucher können auch mit dem Wasserflugzeug anreisen und dabei die Aussicht aus der Vogelperspektive genießen.

In der Stadt laden kleine, hübsche Boutiquen zum Einkaufen ein und es gibt viele ausgezeichnete Restaurants. Um dieses bezaubernde Örtchen zu erkunden, braucht man kein Auto, denn man kann ihn ganz einfach zu Fuß erkunden.

Ein Walbeobachtungsabenteuer ist ein Muss, denn Orcas sind in dieser Gegend weit verbreitet. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, besuchen Sie das Whale Museum. Dort gibt es eine Karte der letzten Walsichtungen, auf der die beobachteten Wale mit ihrem Namen verzeichnet sind, z. B. Surprise L-86, was bedeutet, dass sie zum L-Pod gehört. Hier finden Sie Informationen über die Southern Resident Community of Orcas sowie über die Naturgeschichte der Meeressäuger rund um die Inseln.

Wenn Sie die Unterwasserwelt aus nächster Nähe erleben möchten, können Sie bei einem der ausgezeichneten Ausrüster in der Gegend ein Kajak mieten. Oder leihen Sie sich ein Fahrrad aus, um die Insel an Land zu erkunden. Fahren Sie entlang der von Leuchttürmen gesäumten Küste und halten Sie Ausschau nach Walen, die Sie vom Ufer aus sehen können. Auf dem Rückweg in die Stadt, fahren Sie durch die wunderschöne Landschaft, wo der Duft der sommerlichen Lavendelfelder Ihre Sinne erfüllen wird.

Tipp: Lime Kiln Point gilt als einer der besten Walbeobachtungsplätze der Welt, besonders von Mai bis September.

Von Anacortes aus sind es nur 20 Minuten Fahrt nach La Conner.

La Conner, Washington

La Conner liegt östlich von Anacortes im Skagit Valley, 90 Minuten nördlich von Seattle.

© La Conner, Washington

Nehmen Sie sich auf der Fahrt nach La Conner Zeit, um die Landstraßen zu fahren, die im Frühjahr mit Narzissen- und Tulpenfeldern und im Sommer mit Beeren, Weizen und Mais gesäumt sind. In den klassischen Scheunen und Bauernhäusern blühen spektakuläre Blumen in Hängekörben und Töpfen und die Gärten, in leuchtenden Farben, umrahmen die Gebäude. Überall auf dem Land gibt es Stände, an denen Sie frische Marmelade, Blumen, Eiscreme und eine Vielzahl von Leckereien, aus eigenem Anbau, kaufen können. Im Sommer ein Hit, ist Snow Goose Produce, ein familiengeführter Bauernmarkt, der für sein Eis berühmt ist.

Auf dem Weg in die Stadt werden Sie feststellen, warum La Conner oft als einer der romantischsten Urlaubsorte in Washington bezeichnet wird. In diesem bezaubernden Dorf gibt es Galerien, in denen lokale Künstler austellen, Boutiquen für jeden Geschmack und Restaurants, die ihre Meeresfrüchte direkt aus den Booten der Fischer geliefert bekommen. Verpassen Sie nicht das preisgekrönte Calico Cupboard Café & Bakery, wo Sie köstliche handgemachte Backwaren erhalten. Am besten nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um hier ein Frühstück oder Mittagessen zu genießen. Entlang des Swinomish Channel verläuft eine Promenade, auf der Sie sich am Ende des Tages entspannen, die schöne Aussicht genießen und einen Schluck Wein trinken können.

Tipp: Das Skagit Valley Tulip Festival findet jedes Jahr im April statt.

La Conner ist das Tor zum 708 km langen Cascade Loop National Scenic Byway und führt Sie auf der dreistündigen Fahrt nach Osten durch den North Cascades National Park bis nach Winthrop. Der Nationalpark, einer von dreien in Washington, ist bekannt für seine majestätische Berglandschaft, seine Wasserfälle, Schneefelder, Gletscher und Bergwiesen, die im Sommer mit Wildblumen übersät sind und einige der spektakulärsten Aussichten im pazifischen Nordwesten bieten.

Winthrop Saloon

Winthrop liegt im Methow Valley am Cascade Loop, 4,5 Stunden nördlich von Seattle.

© Winthrop Saloon

Winthrop ist der richtige Ort, wenn Sie einen Rückzug in den Westen mit einem Hauch von Cowboy-Flair suchen. Die Stadt wurde so erhalten, dass sie dem Wilden Westen der 1850er Jahre ähnelt. Vielleicht sehen Sie sich ein Rodeo an und setzen sich einen Cowboyhut auf! Die hölzernen Bürgersteige, die Saloon-Eingänge und die Promenaden erinnern an den Film „12 Uhr mittags“ (High Noon) und es fällt leicht, sich inmitten einer Filmkulisse zu wähnen. Western-Wandmalereien verstärken das Flair der alten Zeit. In den Boutiquen werden einzigartige Geschenk- und Erinnerungsstücke angeboten. Wenn Sie mehr über die Geschichte der Gegend erfahren möchten, besuchen Sie das Shafer Historical Museum.

Aber Winthrop ist mehr als nur eine Stadt im alten Westen. Die Stadt ist auch als hervorragendes Erholungsgebiet für alle Jahreszeiten bekannt, mit Hunderten von Kilometern an Lauf- und Wanderwegen, Mountainbikestrecken und sogar Reitwegen. Der Methow River bietet viele Möglichkeiten zum Angeln, Rafting, Kajakfahren und Schwimmen an warmen Sommertagen.

Ein Highlight in der Gegend ist die Sun Mountain Lodge, ein erstklassiges, ganzjährig geöffnetes Ferienresort, das Unterkünfte vom Feinsten und eine kompromisslos gute Küche bietet. Im Winter kann man sich auf den präparierten Skiloipen vergnügen, und in den Sommermonaten laden die gleichen Wege zum Wandern, Mountainbiken und Reiten ein. Außerdem gibt es Pools, Whirlpools, private Kutschfahrten, Tennis und Golf.

Von Juni bis September können Sie bei einem Rundgang durch die North Cascades Smokejumper Base erfahren, wie die Smokejumper die nationalen Wälder vor Waldbränden schützen. Diese Truppe von Brandexperten reist quer durch die USA, um Brände zu bekämpfen und jährlich Tausende von Hektar Wald zu schützen.

Wo auch immer Ihre Interessen liegen, Winthrop ist ein großartiger Ort, um der Hektik zu entfliehen.

Tipp: Anfang Mai 2022 finden in Winthrop die 76. ’49er Days‘ statt, ein Old West Heritage Festival mit reicher Western- und Pferdegeschichte.

Fahren Sie knapp fünf Stunden in Richtung Südosten nach Dayton.

Dayton Wine Country

Dayton ist 45 Minuten nördlich von Walla Walla gelegen, 4,5 Stunden von Seattle entfernt.

© Dayton Wine Country

Das historische Dayton liegt eingebettet in die fruchtbaren Acker- und Weizenfelder im Osten Washingtons, die in den 1800er Jahren von den Pionieren besiedelt wurden. Die Geschichte der Stadt wurde gut bewahrt: 117 Gebäude stehen im National Register of Historic Sites und es gibt selbstgeführte Wanderungen durch drei National Historic Districts.

Vier Museen erzählen die faszinierende Geschichte der Stadt. Das Dayton Historic Depot war das älteste Depot in Washington. Das Boldman House Museum erzählt die Geschichte des 90-jährigen Lebens einer Familie, die dort wohnte. Das Smith Hollow Schoolhouse ist ein neu restauriertes Schulhaus und das Palus Museum erzählt die kulturelle und geologische Geschichte der Menschen, die hier lebten.

Dayton hat ein lebendiges, nostalgisches Geschäftsviertel mit Gourmet-Restaurants, Landgasthöfen und einer vielseitigen amerikanischen Küche. Es gibt sogar einen altmodischen Limonadenbrunnen!

Eine 10-minütige Autofahrt entfernt liegt der Lewis & Clark Trail State Park, in dem man sich über die Geschichte der Gegend informieren kann. Die berühmten Entdecker kamen im Jahr 1806 durch dieses Gebiet. In einer weiteren halben Stunde erreichen Sie Walla Walla, das von den Lesern der USA Today zwei Jahre in Folge zur besten Weinregion Amerikas“ gewählt wurde.

Tipp: Nehmen Sie sich Zeit zum Genießen auf dem Highway 12, der Dayton mit Walla Walla verbindet und durch eine der aufregendsten Wein- und Gastronomieregionen des Pazifischen Nordwestens führt. Im Tal gibt es über 140 Weingüter!

Fahren Sie in westlicher Richtung durch Yakima und weiter zur Long Beach Peninsula am Pazifischen Ozean, wo Sie nach ca. 6,5 Stunden Oysterville erreichen.

Oysterville Long Beach Peninsula

Oysterville ist an der Willapa Bay auf der Long Beach Peninsula gelegen, 2,5 Stunden von Seattle entfernt. Oder 35 Minuten nördlich von Astoria, Oregon, über die Astoria-Megler-Brücke zur Long Beach Peninsula. Auf Ihrer Reise über die Halbinsel werden Sie das charmante Städtchen Oysterville entdecken. Diese historische Gemeinde an der Willapa Bay war in der Mitte des 18. Jahrhunderts eine florierende „Boomtown“. Ihr Glanz verblasste mit der Austernpopulation, zurück blieben schöne Häuser von Nachfahren der Pioniere, von denen einige noch immer ihre geerbten Grundstücke besitzen. 1976 wurde das Dorf in das National Register of Historic Places aufgenommen.

Oysterville, Credit: Visit Long Beach Peninsula

Heute kann man die faszinierende Geschichte des Ortes bei einem geführten Rundgang kennen lernen. Besuchen Sie unbedingt die historische Kirche aus dem Jahr 1892. Setzen Sie sich in die Kirchenbänke und lauschen Sie dem Nachhall der Hymnen, die von den Dorfbewohnern ein Jahrhundert lang gesungen wurden. Besuchen Sie das Gebäude der Konservenfabrik, in dem die Oysterville Sea Farms beheimatet sind. Obwohl die Konservenfabrik nicht mehr in Betrieb ist, können Besucher hier frische Austern oder Dampfmuscheln direkt aus der Bucht kaufen. Sie werden erstaunt sein, hinter jeder Ecke Berge von weißen Austernschalen zu sehen!

Auf der Long Beach Peninsula, dem längsten zusammenhängenden Sandstrand der USA, sollten Sie das nur 20 Minuten entfernte Cranberry Museum besuchen und sich auf einer Tour über diese historische Beere informieren. Oder besuchen Sie das nahe gelegene Weltdrachenmuseum. Und da wir direkt am Pazifischen Ozean liegen, sollten Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, Ihre Zehen in den Sand zu stecken!

Tipp: Jedes Jahr im August findet in Washington das internationale Drachenfestival statt.

Expertentipp: Robin Glaeser, InquisiTours

Wie stellt man eine Tour durch Washingtons Kleinstädte zusammen?

InquisiTours ist ein Reiseveranstalter in Washington State, der mit seinem regionalen Fachwissen unverwechselbare Reiseerlebnisse schafft, die den Lebensstil des Nordwestens widerspiegeln. Weite Landschaften, Naturwunder und Kleinstädte stehen im Mittelpunkt unserer Reisen. Auf der Suche nach authentischen Begegnungen und einzigartigen kulinarischen Erlebnissen, reisen wir auf unterhaltsame und flexible Weise. Wir würden den Pazifischen Nordwesten gerne mit Ihren Kunden teilen. Setzen Sie sich mit uns in Verbindung, um Washington oder regionale Reiserouten zu gestalten.

seattle-washingtonstate.co.uk.