26. April 2021 Hans-Raimund Kinkel

Schwedische Insel-Auszeit: Neue Fährverbindung

Ausgedehnte Strandspaziergänge zwischen dramatischen Felsformationen, ein Städtetrip der etwas anderen Art zwischen mittelalterlichen Gemäuern oder einfach nur die frische Meeresbrise inmitten außergewöhnlicher Natur um die Nase wehen lassen? Auf der Ostseeinsel Gotland ist das alles kein Problem – und in Zukunft für Urlauber aus Deutschland auch im Rahmen eines Kurztrips noch besser erreichbar. Denn um die Emissionen der Inlandstransporte zu senken, die stark befahrene Strecke von Südschweden bis ins Stockholmer Mälartal zu entlasten und gleichzeitig Schweden dem europäischen Festland näher zu bringen, plant die Reederei Gotland AB eine neue Fährverbindung mit dem Namen „Hansalinjen“.

Die Fähren werden auf der neuen Route Rostock und Nynäshamn (südlich von Stockholm) und bei einigen Fahrten auch den idyllischen Hafen von Visby auf der Insel Gotland anlaufen. Praktisch: ein erster Sightseeing-Stopp muss das am Hafen liegende Eiscafé „Glassmagasinet“ mit seinen unglaublichen 346 unterschiedlichen Eissorten sein. Die Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf den Seeweg zwischen Rostock und Nynäshamn soll die Emissionen voraussichtlich bis zu 20% senken. Bereits heute sind sämtliche Maschinen auf den Schiffen der Reederei Gotland AB mit einer katalytischen Abgasreinigung ausgestattet und werden mit leichtschwefligen Brennstoffen betrieben.

Daher wird die neue Hansalinjen auch durch den so genannten Öko-Bonus der schwedischen Regierung unterstützt. Die neue Fährverbindung, welche die alten Hansestädte Rostock, Visby und Stockholm miteinander verbindet, soll aber nicht nur eine umweltverträgliche Alternative für den Güterverkehr bieten, sondern auch neue Möglichkeiten für Touristen aus Deutschland eröffnen, die Gotland und Schweden besuchen möchten – sei es mit dem Auto, dem Schiff oder dem Zug. „Da unsere Fährfahrten mit dem Interrailticket gekoppelt werden können, können Zugreisende mit der Fähre von Nynäshamn kommen und dann in Rostock auf den Zug umsteigen, um auf dem europäischen Festland weiter zu reisen. Auf diese Weise wären auch Schweden und Gotland leichter zugänglich für europäische Reisende“, so Håkan Johansson, CEO Reederei AB Gotland.

Die Insel lockt mit einer enormen Dichte an historischen Stätten, Pippi’s original Villa Kunterbunt und den meisten Sonnenstunden in ganz Schweden. Dazu kommen unerwartete Landschaften, die mit ländlichen Idyllen, badefreundlichen Sandstränden, einer blauen Lagune (!) und urigen Fischerdörfern nachhaltig begeistern. Nicht zu vergessen die vielen Fossilien, Quellmoore voller Orchideen sowie eine Vielzahl an Trottellummen und Stein- und Seeadlern, die bei Vogelbeobachtern berühmt und beliebt sind. Wenn auch nicht ganz so viele wie Schafe, die in vielen Bereichen der Insel frei herumlaufen und zahlreicher vertreten sind als die Einwohner Gotlands.

Auf einer Wander-, Fahrrad- oder Reittour sind sie gar nicht zu verpassen. Muss man da noch erwähnen, dass der kalkhaltige Boden und die ausgeprägte Schafzucht der Insel außerdem ganz eigene kulinarische Traditionen und Spezialitäten hervorgebracht haben, die vielerorts genossen werden können?

Foto: © Lucas Günther

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