18. Juli 2019 Hans-Raimund Kinkel

Radreise auf Grenzgängerroute Teuto-Ems

Im Osnabrücker Land, wo Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen aneinander grenzen, können Besucher sich auf eine spannende Spurensuche in eine Zeit früherer Grenzziehungen und ihrer Auswirkungen auf den Alltag begeben. Denn: Hier kennt man sich aus mit Grenzen, bis heute prägen sie die Region und ihre Bewohner.

Grenzsteine und Burgen zeugen bis heute von früheren Grenzen

Die Grenzgängerroute Teuto-Ems wartet auf 149 Kilometern durch das Osnabrücker Land, Ostwestfalen-Lippe und das Münsterland mit historischen politischen, religiösen und imaginären Grenzen auf, die die Radler im wahrsten Sinne des Wortes „erfahren“ können. Mehr als ein Dutzend Mal werden alte Grenzen überquert: sowohl geografische wie die Grenze zwischen Preußen und Hannover – hier erkennt man noch auf alten Grenzsteinen die Markierungen „P“ und „H“ – als auch „Grenzen der Herzen“ – allem voran religiöse, da hier benachbarte Ortschaften sich aufgrund unterschiedlicher Konfession mieden.

Auch politisch waren sich die Nachbarn nicht immer grün; davon zeugen bis heute die Iburg hoch über Bad Iburg und andere Wehrbauten, zum Beispiel in Bad Laer, das sich allerdings längst als Heilbad mit idyllischem Kurpark präsentiert. Nicht zuletzt fährt man auf den Spuren alter Handelswege – findige Geschäftsleute überschritten solch wirtschaftlichen Grenzen, um wertvolles Salz zu schmuggeln und Zölle zu umgehen.

Wasserschloss Loburg in Ostbevern – Grenzgängerroute NRW – Foto- Klaus Herzmann

Radler sind auf der Grenzgängerroute mit dem heutigen Komfort unterwegs – sei es eine einheitliche Beschilderung, qualitativ hochwertige Einkehrmöglichkeiten oder gemütliche Pensionen und Hotels am Wegesrand – nicht zuletzt deshalb wurde die Grenzgängerroute Teuto-Ems vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub mit vier Sternen als eine der besten Radrouten Deutschlands ausgezeichnet.

Bad Iburg_Radfahrer Knotengarten Schloss Fotograf Franz Middendorf_

Hier genießen Gäste – natürlich grenzenlos – das Beste, was die Region zu bieten hat: Burgen und Schlösser, den guten Füchtorfer Spargel und den Versmolder Schinken, landschaftliche Vielfalt zwischen der Pferdestadt Warendorf an der Ems und dem Lebkuchenort Borgholzhausen im Teutoburger Wald sowie zehn weitere historische Städte und Dörfer. Dabei verläuft der Rundweg zum großen Teil durch den Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita, der spannende Abstecher in die Erdgeschichte ermöglicht – in eine Zeit lange vor den ersten Grenzen. Weitere Infos unter www.grenzgaengerroute.de.

Radler auf der Grenzgängerroute_Borgholzhausen_nahe Schloss Holtfeld_Foto Max Daerr

Über das Osnabrücker Land
Das Osnabrücker Land liegt im Südwesten Niedersachsens. Knapp 25 Millionen Tagesausflugsgäste im Jahr besuchen die Stadt Osnabrück und den sie umgebenden Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita. Mit mehr als zwei Millionen Gästeübernachtungen zwischen Teutoburger Wald und Wiehengebirge ist die Region ein attraktives Reiseziel vor allem für Städtereisende, Gesundheitsliebhaber und Radfahrer. In Osnabrück wurde der Westfälische Friede verkündet; dieses historisch bedeutsame Ereignis wirkt nach: Die mehr als 500.000 Einwohner in der Region gelten als überaus entspannt, freundlich, bodenständig – friedlich eben. Das schätzen die Gäste, die statt Chichi „echte“ Urlaubsabenteuer in der Natur erleben. Infos unter https://www.osnabruecker-land.de/

Startfoto: Grenzgängerroute_Rastplatz Sassenberg – Foto Max Daerr

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