9. Mai 2022 Hans-Raimund Kinkel

Premium-Wanderweg „Luftiger Grat“

Der „Luftige Grat“ gehört zu den schönsten Wanderungen in der alpinen Bergwelt, denn er führt zu den spektakulären Aussichtspunkten im Naturpark Nagelfluhkette. Hier haben zahlreiche geschützte Pflanzen ihre Heimat gefunden, ebenso bedrohte Tierarten, wie zum Beispiel die Alpendohlen, Kolkraben, Steinadler und Birkhühner.
Wer sich auf diese abenteuerreiche Wanderung einlässt, sollte schwindelfrei und trittsicher sein, denn der „Luftige Grat“ ist der anspruchsvollste Weg unter den drei Premium-Wanderwegen in Oberstaufen. Die meiste Zeit spazieren Wanderer auf einem Waldboden und auf Nagelfluh, dem typischen Sedimentgestein, das dem Gebiet seinen Namen gab.

Huetteneinkehr_Foto-AndyMayr

Auf den ersten Kilometern des Weges passiert man felsige, sehr „luftige“ Stellen, die den Namen des Weges alle Ehre machen. Von der Bergstation der Hochgratbahn – auf 1.708 Metern Höhe – geht es zunächst zur Porta Alpinae, einem Holztor mit tibetischen Gebetsfahnen, wie man sie vom Himalaya kennt. Es scheint so als würde es eine Tür in eine andere Welt öffnen. Das Grenzen überschreitende, internationale Kunstprojekt stammt vom Künstler Guenter Rauch und soll die Achtsamkeit für das eigene Bewusstsein stärken.

Der Wanderweg führt weiter entlang des Grates der westlichen Nagelfluhkette über Seelekopf, Hohenfluhalpkopf und Eineguntkopf. Kurz vor Verlassen des Grates können Wanderer auf einem Aussichtsplateau eine Rast einlegen und ein einzigartiges Panorama genießen: von den Bergen des Bregenzerwaldes über das Säntis-Massiv in der Schweiz bis hin zum Bodensee mit seinen Wein- und Obstgärten und dem Westallgäu. Auch die Schwäbische Alb ist bei guter Sicht erkennbar. Der scharfe Bergrücken hat hier stets mit Wind zu kämpfen. Neben den markanten Felsformationen ist auch die Vegetation auf dem „Luftigen Grat“ auffallend. Die extremen Wetterbedingungen sorgen dafür, dass seltene Pflanzen, wie zum Beispiel die Silberdistel oder die Silberwurz, nur hier oben wachsen können.

Bergahorngarten-im-Naturpark-Nagelfluhkette-Fotograf-M.-Balkow

Bergab geht es dann auf einem Pfad, der sich über eine Wiese zum Berggasthof Falkenhütte schlängelt. Dort lohnt sich eine kleine Stärkung, bevor die Route weiter Richtung Tal führt. Vorbei an einigen mächtigen Baumveteranen, darunter ein uralter hohler Bergahorn, erreicht man den Berggasthof Oberstiegalpe. Über einen Waldpfad kommt man zur neuen Brücke, die über den Lanzenbach führt. An der Remmeleck Alpe vorbei ist man noch mal bergauf zum Endpunkt der Wanderung an der Bergstation der Imbergbahn in 1.200 Metern Höhe. Von dort geht es entweder mit der Bergbahn oder zu Fuß hinab – in 45 Minuten. Der Premium-Wanderweg „Luftiger Grat“ ist zehn Kilometer lang, Wanderer sollten dafür knapp fünf Stunden einplanen.

www.oberstaufen.de; Startfoto: Wanderwegs „Luftiger Grat“. © Oberstaufen Tourismus Marketing OTM 

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