4. Oktober 2019 Hans-Raimund Kinkel

Pilgern von Friedland bis Mirow

Aus dem Alltag ausbrechen und eigene Grenzen kennenlernen: Auf dem Pilgerweg in der Mecklenburgischen Seenplatte setzen sich Reisende jeden Tag den Weg als Ziel. Vorbei an klaren Seen, Buchenwäldern, seltenen Tieren wie Fischadlern und Eisvögeln, entdecken Einsteiger sowie Erprobte die Vielfalt der Region zu Fuß. Start des Pilgerwegs ist Friedland, Ziel Mirow. Die 240 Kilometer bestehen aus 15 Teilstrecken, wobei die Route in Neubrandenburg eine östliche sowie eine westliche Variante bereithält. Einige Etappen eignen sich optimal fürs Wochenendpilgern, Städter etwa aus den Großräumen Berlin oder Hamburg erreichen die Start- und Endpunkte vieler Teilstrecken bequem per Bahn.

Innehalten und die Stille genießen – der Pilgerweg in der Mecklenburgischen Seenplatte führt in 15 Etappen von Friedland bis Mirow. Bildnachweis: 1000seen.de/TMV Krauss

15 Etappen, 240 Kilometer, 1000 Seen.

Die 13 bis 20 Kilometer langen Pilgerweg-Etappen in der Mecklenburgischen Seenplatte lassen sich jeweils gut in einer Tageswanderung bewältigen, je nach Streckenwahl sind Urlauber insgesamt etwa sechs bzw. elf Tage unterwegs. Auch kürzere Varianten gibt es: Dem städtischen Trubel entkommen Wochenendpilger im Land der 1000 Seen zum Beispiel bei der Zwei-Tagestour (36 Kilometer) von Neustrelitz nach Mirow. Dafür gelangen Ausflügler aus Berlin mit dem Zug in nur 75 Minuten zum Hauptbahnhof Neustrelitz.

Dort führt die Pilgerstrecke zunächst am Hafen entlang, vorbei an großen und kleinen Seen über die Backsteinkirche Groß Quassow bis zum Etappenende in Wesenberg mit der gleichnamigen Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. Am zweiten Tag geht es durch meditative Kiefernwälder von Wesenberg nach Mirow. Endpunkt ist die Schlossinsel mit ihrem Ensemble aus Schloss, 3-Königinnen-Palais und Johanniterkirche. Die Rückfahrt erfolgt mit der Kleinseenbahn nach Neustrelitz, von dort verkehren stündlich Züge nach Berlin. Eine weitere zweitägige Wanderung (33 Kilometer) beginnt in Neubrandenburg und verläuft am Ufer des dicht bewaldeten Tollensesees. Über Prillwitz führt der Weg nach Neustrelitz, wo sich mit der Kachelofenfabrik ein kulinarisches sowie kulturelles Highlight befindet.

Tipp: Neben Pensionen und Hotels bieten auch Pfarrhäuser und Einwohner entlang des Pilgerwegs in der Mecklenburgischen Seenplatte ganzjährig Quartiere an (frühzeitige Reservierung empfohlen).

www.1000seen.de/pilgerweg; Startfoto: Ruhepause im Land der 1000 Seen – den Wummsee umrunden Reisende auf der letzten Etappe des Pilgerwegs zwischen Diemitz und Mirow. Bildnachweis: 1000seen.de/Christin Drühl

Die Mecklenburgische Seenplatte bildet mit 1.117 natürlichen Gewässern das größte geschlossene Seengebiet Europas. Die Region liegt im Nordosten Deutschlands zwischen Ostsee und Berlin. Vor allem zu Wasser ist für Entdecker demnach einiges geboten – von Kanutouren bis Urlaub auf dem Hausboot, das ohne Bootsführerschein gemietet werden kann. Getreu dem Motto „Echte Natur“ steht für Wanderer, Pilger und Radfahrer ganzjährig ein umfassendes Wegenetz zur Verfügung, aktive Familien erkunden die sieben weitläufigen Naturparks. Seit 2011 tragen die „Alten Buchenwälder“ des Müritz-Nationalparks gar den Status UNESCO-Weltnaturerbe. Mobil auch ohne Auto sind Urlauber dank der Gästekarte „MÜRITZ rundum“, ausgezeichnet mit dem „Fahrtziel Natur Award 2018“. Nicht nur in kühleren Monaten lockt die kulturelle und kulinarische Vielfalt der zahlreichen Guts- und Herrenhäuser Genießer ins Land der 1000 Seen.

Radreise-Tipp: Rund um die Müritz

Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Die Region um die Müritz eignet sich auch für eine Radtour. Von Rheinsberg über Neustrelitz, Waren und zurück über Röbel.

Unsere Radreisebericht: HIER

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