24. Januar 2022 Hans-Raimund Kinkel

Osterfest bewusst erleben

Wer die Passions- und Osterzeit als Fest der Auferstehung erleben möchte, wird bei Biblische Reisen fündig: „Als ökumenischer Reiseveranstalter zählen Besinnung und theologische Hintergründe zu unserer Kernkompetenz“ betont Theologischer Leiter Thomas Maier.
Drei Angebote aus dem Programm von Biblische Reisen stellen – jeweils aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, im Inland und im Nahen Osten und im Kaukasus – das Ostergeschehen und dessen Bedeutung in den Mittelpunkt.

Musikalische Reise ins Bach-Land Thüringen

Johann Sebastian Bach steht wie kein anderer in Verbindung mit der Zeit der Passion und Auferstehung, verkörpert seine Musik doch den theologischen Gehalt des jeweiligen Anlasses, so auch der Kar- und Ostertage. Darüber hinaus bietet die „musikalische Osterreise“ einen besonderen Einblick in das Leben und Werk des großen Barockkomponisten. Vom Standort Gotha aus führen Tagesausflüge zu Bachs Wirkungsstätten in Thüringen: Hier ist er geboren und begann seine berufliche Laufbahn. Stationen sind unter anderem Bachs Geburtsort Eisenach, Wechmar, Heimat der Familie Bach, Ohrdruf, wo Johann Sebastian bei seinem älteren Bruder Johann Christoph aufwuchs, Arnstadt, eine der wichtigsten Wirkungsstätten vieler Mitglieder der Bach-Familie und Dornheim, wo Maria Barbara und Johann Sebastian Bach getraut wurden.

Wichtige Werke seiner Kirchenmusik wie die große, doppelchörige Matthäus-Passion, eine Rekonstruktion von Bachs Markus-Passion und eine moderne kammermusikalische Fassung seiner h-moll-Messe werden an authentischen Orten zur Aufführung gebracht. Zugleich lassen sich bedeutende und auch weniger bekannter Kunstschätze besichtigen, wie Georgenthal aus dem 12. Jahrhundert, Waltershausen, die beeindruckenden Reste des Klosters Paulinzella im Thüringer Wald oder der „Christus-Pavillon“ in Volkeroda.

Der Osterbotschaft nachspüren

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Die für die Karwoche bis Ostermontag angebotene Studienreise „Ostern im Heiligen Land“ eignet sich besonders für Menschen, die die hohen christlichen Feiertage auf eine besinnliche, spirituelle Art verbringen wollen. Sie macht es möglich, die Lebensstationen Jesu, seine Passion und Auferstehung zu entsprechender Zeit und am Schauplatz des biblischen Geschehens nachzuvollziehen. Diesem Gedanken entspricht auch eine theologische Reiseleitung und die Möglichkeit, an verschiedenen Gottesdiensten der Karwoche teilzunehmen.

Die Reise beginnt in Galiläa mit dem Berg der Bergpredigt, dem See Gennesaret, Nazaret und dem Berg Tabor. Am Gründonnerstag geht es weiter über die Taufstelle Jesu am Jordan nach Jerusalem mit Ölberg und Garten Getsemani. „Via Dolorosa“ und Grabeskirche stehen am Karfreitag im Zentrum. Für den Karsamstag sind eine ganztägige Wanderung durch die Wüste Juda mit Bademöglichkeit im Toten Meer geplant, bevor es am Ostersonntag nach dem Gottesdienst nach Bethlehem geht. Der Besuch von Abu Gosh, einer Kirche aus der Kreuzfahrerzeit und eine Schlussandacht am Ostermontag beschließen das Programm.

In der Kaukasusregion das Osterfest feiern

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Die vierzehntägige Reise „Ostern am Kaukasus“ umfasst die Karwoche und Ostern und macht es möglich, Bräuche und Rituale des armenisch-apostolischen und des georgisch-orthodoxen Osterfestes kennenzulernen. Hierzu zählen die Fußwaschung, die Karfreitags- und die Auferstehungsliturgie nach armenisch-apostolischem Ritus und – dem julianischen Kalender entsprechend eine Woche später – nach dem Ritus der georgisch-orthodoxen Kirche.

Beide Länder verfügen über eine uralte christliche Tradition: Schon 301 wurde in Armenien das Christentum zur Staatsreligion. Die Armenier sind stolz auf ihre „armenisch-apostolische“ Kirche. Georgien hat ebenfalls seit ältesten Zeiten eine selbstständige Landeskirche. Die isolierte Lage in den Kaukasustälern führte früh zur Ausbildung einer eigenständigen Kirchenkunst und -architektur, von denen etliche Zeugnisse besichtigt werden.

Ausgangspunkt ist die armenische Hauptstadt Jerewan. Der Weg führt über das Kloster Norawank im Süden Armeniens, Khor Virap, die Basilika in Mastara, die Kathedrale in Talin, die Palastkirche in Arutsch, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende Rundkirche Zvartnoz, die Kirche Surb Hripsimé und Etschmiadzin, das religiöse Zentrum Armeniens. Der Gottesdienst am Ostersonntag im berühmten Höhlenkloster Geghard verspricht neben dem liturgischen auch ein außerordentliches musikalisches Erlebnis. Der Sewansee mit dem Sewankloster und die Klöster Goshavank, Haghartsin und Haghbat vermitteln die atemberaubende Landschaft und die uralte und reiche religiöse Tradition und Kultur des Landes am Rande des Kaukasus.

Am Dienstag nach Ostern (gregorianischer Kalender) erreicht die Reisegruppe Georgien, wo Karwoche und Osterfest noch bevorstehen. Zunächst steht die Hauptstadt Tbilissi auf dem Programm. Es folgen am Karfreitag die alte Hauptstadt Mzcheta mit der Dschwari-Kirche und dem Nonnenkloster Samtawro. Der Höhlenklosterkomplex David Garedscha, das Nonnenkloster Bodbe und die malerische Stadt Signagi mit Besuch eines 300-jährigen Weinkellers mit Weinverkostung bilden den Abschluss dieser besonderen Reise.

www.biblische-reisen.de. Startfoto: Eisenach_Foto-Infoqnas_Pixabay

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