19. Oktober 2020 Hans-Raimund Kinkel

Ostbayerns Städte: Architektur-Juwelen

Dingolfing: Ein „sagenhaftes“ Wahrzeichen aus Stein
Auch die Geschichte Dingolfings, lebendiges Zentrum an der niederbayerischen Isar, reicht Jahrhunderte zurück. Einer der beeindruckendsten Zeugen großer Ingenieurkunst ist die mehr als 400 Jahre alte Hochbrücke. Sie ist heute ein Wahrzeichen der Stadt. Die Stadt selbst ergriff, so belegen es Dokumente, im Jahr 1611 die Initiative für die Baugenehmigung. Die Dingolfinger baten seinerzeit den Herzog um einen Nachlass bei der Stadtsteuer, um das Bauwerk errichten zu können. Die Brücke mit ihren fünf Bögen trägt bis heute. In Dingolfing selbst rankt sich auch eine Sage um das geschichtsträchtige Bauwerk: Auf der Dingolfinger Hochbrücke lässt sich bis heute ein Abdruck in Größe und Form eines Pferdehufes erkennen. Der Sage nach soll während der Belagerung der Stadt im Österreichischen Erbfolgekrieg 1743 ein Pferd mitsamt Reiter über das Geländer der Brücke gesprungen und auf wundersame Weise unversehrt und wohlbehalten unten angekommen und davon galoppiert sein. Infos: www.dingolfing.de. Foto: obx-news/TVO/Daxl

Landshut: Runde Türme als Hommage an Italien

Foto: obx-news/TVO

Versteckt auf dem Landshuter Hofberg liegt die wunderschöne, spätgotische Kirche Heilig Blut. Ihre Architektur mit zwei runden Kirchtürmen ist einmalig in Bayern. Die Rundtürme sind möglicherweise das Ergebnis einer künstlerischen Fernwirkung, vermuten Historiker: Sie erinnern an die frühen Rundtürme von Oberitalien und damit an die Heimat der Mutter Herzog Heinrichs des Reichen, der Magdalena Visconti von Mailand. Herzog Heinrich ließ die Kirche bauen und im Jahr 1445 weihen. Bis heute präsentiert sich das Gotteshaus so, wie zu der Zeit, als Landshut Hauptstadt des Herzogtums Bayern war. Geschichtsexperten sind überzeugt: Aus der architektonischen Gestaltung der Pfarrkirche Heilig Blut ist ersichtlich, dass diese nie als einfache Dorfkirche erbaut wurde, sondern vielmehr von den herzoglichen Auftraggebern als ihre Hofpfarrkirche gesehen wurde. Auch der weltliche Genuss kommt bei einem Besuch von Heilig Blut nicht zu kurz: Mit einer kühlen Erfrischung oder einer deftigen Brotzeit können sich Touristen im nahe gelegenen Gasthaus „Zum Ochsenwirt“ stärken. Infos: www.landshut-tourismus.bayern