7. Februar 2020 Hans-Raimund Kinkel

Gekoppelte Notfall-App mit Sturzhelm – Gute Idee, aber…

Die Firma Hövding, bekannt gewordenes schwedisches Unternehmen mit dem „Airbag-Fahrradhelm“, kommt mit einer neuen Idee auf den Markt, einer Notfall-App. Diese Smartphone-App ist über Bluetooth mit dem Hövding 3 Airbag-Fahrradhelm verbunden und löst bei einem Sturz eine SMS aus an eine vorher definierte Nummer. Dabei werden die Koordinaten übermittelt, wo der Unfall passiert ist. Auf den ersten Blick eine frappierend neue Entwicklung, über die man vor allem Alleinradelnde bei einem schweren Sturz z.B. in abgelegenen Gelände schneller auffinden könnte. Berichte über gestürzte Radfahrer, die nicht mehr in der Lage waren, sich bemerkbar zu machen oder erst nach Stunden gefunden wurden, gibt es immer wieder.

Ganz schlüssig erscheint uns (Red. Reise-Pilot) das neue System aber nicht zu sein. Wenn z.B. bei dem Unfall das Smartphone – oft in einer Halterung am Lenker platziert – bei dem Unfall beschädigt oder soweit fortgeschleudert wird, dass Bluetooth die Entfernung nicht mehr überbrückt, kann die Notfall-Meldung nicht mehr gesendet werden. Dann wiegt man sich in dieser versprochenen Sicherheit, die definitiv nicht vorhanden ist. Möglicherweise also eine nette Spielerei, die dadurch untermauert wird, was das Unternehmen mit dem Einzug der Digitalisierung in das Radfahrerleben noch verbindet und was über die reine Notfall-Information hinausgeht.

Dazu das Unternehmen:

„Im Zuge der Digitalisierungsstrategie von Hövding verfügt das neue Modell über Bluetooth, mit dem es möglich ist, sich über ein Smartphone mit der Cloud zu verbinden. Die zugehörige neue App bietet eine Übersicht über die zurückgelegten Entfernungen, über die verbleibende Batterielaufzeit und kann zu mehr Sicherheit beim Radfahren beitragen.“

„Die Anbindung an eine App eröffnet neue Möglichkeiten für den Anwender, soll aber auch dabei helfen, in Zukunft die Entwicklung einer sichereren Infrastruktur für Radfahrer positiv zu beeinflussen“, erklärt Fredrik Carling, CEO von Hövding. „Mit dem Einverständnis der Radfahrer können erfasste Radfahrdaten eine Übersicht darüber geben, wo sich regelmäßig Unfälle ereignen und wo viele Radfahrer unterwegs sind. Unsere Vision ist es, noch viele weitere Radfahrer zu erreichen und zu schützen als wir es bereits tun .“

Hinzu kommt, dass der Aufwand für die laufende Stromversorgung usw. für viele eine zu hoher Aufwand sein wird. Aber sich Gedanken über mögliche Verbesserungen bei der Sicherheit für Radfahrer zu machen, ist natürlich lobenswert.

Foto: Die In Case of Emergency (ICE)-Funktion der Hövding App für Smartphones. www.hovding.de