19. September 2019 Hans-Raimund Kinkel

Neu: Der Baltische Küstenwanderweg

Die längste Wanderroute des Baltikums verbindet auf insgesamt 1.200 Küstenkilometern Lettland mit Estland, Riga mit Tallinn, altehrwürdige Wälder mit lichtdurchfluteten Inseln, gemütliche Kurorte mit abgelegenen Dörfern. 500 sehenswerte Orte lassen Kultur, Natur und Geschichte zu einem aktiven Urlaubserlebnis verschmelzen.

Insgesamt 60 Tage wäre man unterwegs, würde man den gesamten Küstenwanderweg von Nida in Lettland zum Hafen von Tallinn in Estland bestreiten.
Der Eintrittspunkt nach Estland ist das Dorf Ikla, von hier aus erwarten den Wanderer 620 erlebnisreiche Kilometer mit Tagesetappen von jeweils 20 Kilometern.

© Visit Estonia

Einsteigen kann der Wanderer wo er möchte und so lange er Lust hat. Auch lassen sich zahlreiche Etappen mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen. Die gesamte Strecke ist gut ausgeschildert, und an Infoständen entlang des Weges wird ver(w)irrten Wanderern mit Rat und Tat zur Seite gestanden.

Zu den Highlights auf dem Wanderweg zählen Estlands beliebtester Küstenort Pärnu, der Matsalu National Park oder auch die einladende Kurstadt Haapsalu. Auch der höchste Punkt des Weges, der auf estnisch Ranniku matkarada heißt, befindet sich in Estland: der Pakri Leuchtturm thront auf einer Anhöhe von ganzen 70 Metern auf den Klippen von Pakri. Angst vor vielen Höhenmetern muss hier also kein Wanderer haben.
Lohnenswert sind auch Abstecher auf die Inseln vor Estlands Westküste, darunter die größte Insel Saaremaa, die „aus der Zeit gefallene“ Insel Kihnu, Vormsi oder Osmussaar.

© Visit Estonia

(Mehr-)Tagestouren auf einzelnen Etappen des Wanderwegs sind ebenfalls möglich. Die charmante Kurstadt Haapsalu, die Halbinsel Noarootsi und die Insel Osmussaar sind beispielsweise die Protagonisten der vorletzten Wanderwoche, die sich über insgesamt 136 Kilometer erstreckt.

158 Kilometer lang ist der letzte Streckenabschnitt von Nova nach Tallinn. Das Hauptmerkmal der Etappe, die sich in einer Woche bewältigen lässt, sind die dramatischen Klippen und die imposanten Wasserfälle Nordwest-Estlands. Hier lässt sich der wahrhaft nordische Charakter von Estland spüren und zeigt sich in sandigen Stränden, weiten Weiden und Klippen wie der Pakri Cliff, die 24 Meter in den Himmel ragt.

Und nicht nur Estlands Küste ist es wert, erwandert zu werden. Auch die Wälder und Moore des Landes bieten jede Menge Raum für Ein- und Mehrtagestouren.
Zu den Top 10 Wanderrouten Highlights zählen das Hochmoor Kakerdaja oder der Soomaa Nationalpark. Und schon Johann Wolfgang von Goethe sagte: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“ In diesem Sinne gehört eine Wanderung zu einem Urlaub in Estland einfach dazu.

Über Estland

Estland ist mit seinen Wäldern und Wiesen, den tiefgrünen Mooren und langen Stränden eine wahre Perle des Baltikums. Mit seinen romantischen Fischerdörfern und seinem traditionellen nordischen Charme gilt Estland als stille Schönheit, die sich im August 1989 durch die „Singende Revolution“ die Freiheit schenkte. Immer schön mit der Ruhe – das ist das Motto auf dem estnischen Festland und auf den großen und kleinen Inseln im „Westmeer“. Die Küste Estlands misst etwa 3.800 km. Das Meer dient noch heute als Quelle des Wohlergehens. Die Hauptstadt Tallin beeindruckt vor allem durch die Altstadt und die hippe Kreativszene.

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