27. Oktober 2019 Hans-Raimund Kinkel

Musher-Workshops und Mondscheinfahrten im Thüringer Wald

Tief verschneite Wälder und weite Schneeflächen, auf denen nur die Spuren eines Hundeschlittens zu sehen sind – dafür muss man nicht nach Kanada, Alaska oder gar Sibirien reisen. Mitten im Thüringer Wald, entlang des berühmten Rennsteigs kommt man auch der einheimischen Wildnis im Winter besonders nah. Bei geführten oder selbst gesteuerten Hundeschlittenfahrten hat man nicht nur ein beeindruckendes Naturerlebnis, sondern lernt auch die temperamentvollen Huskies gut kennen und lieben.

Die „Arctic Speed Crew“
Insgesamt zwölf Huskies leben im sogenannten Basislager der Familie Kraft in Tambach-Dietharz, einer kleinen Gemeinde nordwestlich von Oberhof. „Arctic Speed Crew“ nennen Ralf und Christina Kraft ihre Sibirischen Huskies und Alaska Malamutes. Die kontaktfreudigen Tiere sind ausgebildete Schlittenhunde und ziehen immer zu sechst oder zu viert einen der speziellen Schlitten durch den Schnee über den Thüringer Rennsteig.

Die Musher-Workshops dauern drei oder sechs Stunden. In dieser Zeit lernt man die Schlittenhunde der Trainer Ralf und Chrstina Kraft kennen und kann bei einer längeren Fahrt die winterliche Natur am Rennsteig genießen. © David Kraft

Drei oder sechs Stunden Training
Bei Ralf und Christina Kraft kann man sich zum „Musher“ ausbilden lassen. Musher nennt man die Lenker von Hundeschlitten. Zwei spezielle Workshops bieten die beiden Husky-Liebhaber an. Das kleine Musher-Training (109 Euro/Person) dauert rund drei Stunden, das große ganze sechs Stunden (149 Euro pro Person). Beide Workshops beginnen mit dem ersten Kennenlernen der Hunde. Dann wird den Tieren das Geschirr angelegt und sie werden angespannt. Vorneweg Anook, einer der Leithunde, dahinter Team-Hunde wie Greta, Ronja oder Mikka und am Ende die sogenannten Wheeldogs wie Manjuk und Caruso.

Wer den Hundeschlitten nicht selbst lenken möchte, kann sich auch kutschieren lassen und einfach auf dem Sitz des Schlittens Platz nehmen. © David Kraft

Profis sind immer in der Nähe
Die Einweisung in die Kommandos eines Mushers geht schnell, es sind nur vier: Bei einem lauten und langen „Go“ laufen die Huskies los. „Straight“ ruft man, wenn sich die Hunde ablenken lassen und aus der Spur kommen, „easy“ bedeutet: Macht ein bisschen langsamer. Um zum Stehen zu kommen, genügt ein langgezogenes „Halt“ mit gleichzeitigem Treten auf die Bremse des Schlittens. Nach ein paar Minuten hat fast jeder Schüler die Befehle drauf und genießt die Fahrt durch den verschneiten Thüringer Wald. Die Profi-Musher sind immer in der Nähe, beobachten, greifen korrigierend ein und geben gerne Tipps und Tricks zum richtigen Verhalten mit den Hunden. Während der rustikalen Brotzeitpause ist genügend Zeit für ein ausgedehntes Fotoshooting mit den Huskies und Malamutes. Nach der Ausfahrt steht noch eine gemütliche Husky-Wanderung auf dem Programm und natürlich die feierliche Verleihung des Musher-Diploms.

Mondscheinfahrt mit Huskies
Wer sich lieber auf dem Schlitten kutschieren lassen möchte, kann auch dies: Bei den geführten Hundeschlittenfahrten darf der Gast auf dem Sitz des Schlittens Platz nehmen, der Musher steht dahinter und lenkt die Hunde in die richtige Richtung. Diese Fahrten dauern eine (59 Euro) oder zwei Stunden (99 Euro) und beinhalten auch ein Heißgetränk. Ein besonderes Erlebnis ist die Mondscheinfahrt (129 Euro). Wer möchte, kann nach einer Einführung den Schlitten auch selbst durch die Nacht zur Mitternachtsvesper lenken.

Erlebnistage zum Kuscheln
Christina und Ralf Kraft bieten auch Erlebnistage mit den Huskies an, bei denen man vor allem mit den Hunden wandert und ganz viel Zeit zum Streicheln und Kuscheln hat. Oder man leiht sich eine Pulka, ein kleiner Transportschlitten, auf dem man kleine Kinder von den Hunden ziehen lassen kann.

www.thueringer-wald.com  – Startfoto: Wie man vier bis sechs Huskies und einen Schlitten bändigt, kann man im Thüringer Wald, in Tambach-Dietharz, bei einem Musher-Workshop lernen.
© David Kraft

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