10. August 2020 Hans-Raimund Kinkel

Leuchtturm-Hopping in Fjord Norwegen

Einst gab es in Fjord Norwegen hunderte Leuchttürme bemannt von Leuchtturmwärtern. Heute stehen nur noch wenige von ihnen, die meisten davon automatisiert. Diese Leuchtfeuer – oder fyrtårn, wie die Norweger sie nennen – stehen an wichtigen Punkten entlang der zerklüfteten, felsigen Küste und schützen seit Jahren Schifffahrt und Seeleute in der Region. Darüber hinaus sind sie ein beliebtes Reiseziel geworden. Viele empfangen Besucher für einen Tag und manche stehen sogar für Übernachtungen zur Verfügung. Die Unterkünfte variieren dabei von einfachen Selbstversorger-Quartieren bis hin zu Luxus der Spitzenklasse. Hier kommt eine Übersicht der zwölf schönsten Leuchttürme, die man in Fjord Norwegen finden kann. Das Beste: In den meisten von ihnen kann man sogar übernachten!

Lindesnes

Der Leuchtturm Lindesnes ist Norwegens ältestes Leuchtfeuer (1656) und der südlichste Punkt des Festlandes – 2518 km vom Nordkap entfernt. Der Leuchtturm ist zum nationalen Leuchtfeuermuseum ernannt worden, mit verschiedenen Ausstellungen zur Entwicklung und Geschichte der Leuchtfeuer, der Küstenkultur u.a. (Startfoto: © Hans-Raimund Kinkel)

Alnes

Alnes_Fyr_Photo_Fred_Jonny_Hammerø

Der Alnes Leuchtturm auf der Insel Godøy, nur 30 Minuten von Ålesund entfernt, ist einer der meist besuchten Leuchttürme Norwegens. Er wurde 1876 errichtet. Von Ålesund aus ist er mit dem öffentlichen Bus erreichbar. Neben dem Leuchtturm selbst kann man eine Aquarell-Ausstellung besuchen, Souvenirs und Kunsthandwerk kaufen, sowie hausgemachten Kuchen genießen. Es ist möglich bis zur Spitze des 22 Meter hohen Turms hinauf zu gehen und von dort den Blick über die Landschaft zu genießen.

Ona

Leuchtturm Ona © Øyvind Heen / Visitnorway.com

Um zu dieser kleinen Insel mit dem malerischen Fischerdorf und Leuchtturm zu kommen, kann man ab Ålesund oder Molde mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Die Insel selbst liegt etwa 10 Kilometer vom Festland entfernt. Besucher werden eine Postkartenidylle mit 11 Einwohnern vorfinden. Der Keramikshop lädt zum Stöbern ein und ein köstliches Mittag- oder Abendessen mit Meeresfrüchten genießt man am besten im Restaurant Ona Havstuer. Um die Kalorien wieder loszuwerden, wandert man anschließend hinauf zum 14,7 Meter hohen roten, gusseisernen Leuchtturm, welcher seit 1867 über alles wacht.

Flatflesa

Foto>: Classic Norway

Etwa vier Kilometer Luftlinie von der Insel Ona in südöstlicher Richtung befindet sich das Inselchen Flatflesa. Der ursprünglich 1902 errichtete Turm wurde 1988 abgerissen und durch einen funktionellen Eisenmast ersetzt. Die Wirtschaftsgebäude hingegen sind nach wie vor erhalten und laden zu einem Aufenthalt der ganz besonderen Art ein. Gäste finden 16 Schlafplätze in acht Zimmern und können nach einen aufregenden Tag auf dem Meer in der Sauna, dem holzbefeuerten Whirlpool oder Meerwasserpool entspannen.

Molja

Molja lighthouse Foto Øyvind Kåre Sunde

Einen einzigartigen Aufenthalt können Gäste in diesem Leuchtturm erleben. Der Leuchtturm von Molja liegt am Rande des malerischen Hafens von Ålesund mitten im Zentrum und wird vom Hotel Brosundet als „Zimmer 47“ betrieben. Die 12 Quadratmeter große Unterkunft wurde vom renommierten Architekturbüro Snøhetta umgebaut und verfügt über ein Bad im ersten Stock und ein Schlafzimmer im zweiten Stock. Hier genießen Gäste Sekt, frisches Obst und Frühstück im Bett bei einem Aufenthalt in Norwegens Hauptstadt des Jugendstils.

Kråkenes

Foto: © Fjordnorwegen.com

Einer der stürmischsten Orte Norwegens ist der 114 Jahre alte Leuchtturm Kråkenes, der regelmäßig mit spritzendem Meereswasser „gewaschen“ wird. Er thront prekär etwa 43 Meter über dem Meeresspiegel auf einem steilem Felsvorsprung, der am nordwestlichen Ende der Insel Vågsøy herausragt. Man kann in der „Sturm Suite“ im dritten Stockwerk des Leuchtturms übernachten oder etwas weiter weg vom Meer im Sturmhaus mit 11 Betten.

Utvær

Utvær Foto Lillian Herland

Acht Kilometer westlich der Insel Ytre Sula an der Fjordküste liegt Utvær, die westlichste Inselgruppe Norwegens, auf der sich auch der westlichste Leuchtturm des Landes befindet. Im Jahre 1900 wurde der monumentale Leuchtturm errichtet und der gusseiserne Turm streckt sich 31 Meter in die Höhe. Utvær ist auch der Name des historischen Fischerdorfes auf der Insel, das heutzutage keine festen Einwohner mehr hat, im Sommer aber ein beliebtes Ausflugsziel ist.

Ulvesund

Ulvesund ist einer von mehreren historischen Leuchttürmen in der Gemeinde Kinn an der Nordfjordküste und besteht aus drei Gebäuden, die von einem Garten voller Blumen und Beeren umgeben sind. Der Leuchtturm feiert 2020 seinen 150-jähriges Bestehen. Hier genießen Gäste Panoramablicke auf den Seeverkehr und Sonnenuntergänge. Es gibt einen zugehörigen Shop sowie ein Café. Gäste können im oberen Stockwerk des Hauses übernachten, im Maschinenraum und im Nebengebäude.

Kvanhovden

Kvanhovden Fyr utanfor Florø Foto Visit FjordKysten

Dieser 10 Meter hohe Leuchtturm befindet sich ein halbstündige Bootstour von Florø entfernt auf einer Klippe 40 Meter über dem Meer und bietet eine herrliche Aussicht. In dem historischen Gebäude, welches das nordwestliche Ufer der Insel Hovden seit 1895 bewacht, können 10 Personen in drei Schlafzimmern übernachten.

Stabben

Foto: © Visit Fjrodkysten

Diese vielfotografierte Konstruktion besteht aus einem 16 Meter hohen Turm auf einem zweieinhalb-stöckigen Leuchtturmwärterbau und nimmt fast den gesamten Platz einer kleinen Insel im Frøysjøen Fjord, nicht weit von Fløro, ein. Wenn es das Wetter zulässt, können Gäste im Leuchtturm, welcher 1866 gebaut wurde, übernachten.

Ryvarden
Ryvardens 10 Meter hoher Leuchtturn liegt etwa eine halbe Autostunde nördlich von Haugesund und wurde vor 171 Jahren an der Stelle eines alten Wikingergrabes gebaut. Ausgezeichnet mit der St. Olafs Rose von der Norwegischen Denkmalbehörde, finden Besucher hier ein Café und einen Galerie-Shop sowie fünf Schlafzimmer mit Platz für 10 Personen im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters. Die roten, grünen und weißen Strahlen des Leuchtfeuers erstrahlen den Himmel jede Nacht, außer im Juni, wenn die Sonne nicht untergeht.

Utsira

Foto: © visitnorway.no

Der Leuchtturm auf der Insel Utsira, etwa 1,5 Stunden mit der Fähre von Haugesund entfernt, ist noch immer in Betrieb. Mit seiner Lage 78,2 Meter über dem Meeresspiegel ist der 13,3 Meter hohe rot-weiße Turm der höchst gelegene Leuchtturm Norwegens. Der Leuchtturm arbeitet mit einer Fresnel Linse, die alle 60 Sekunden drei Blitze abgibt. Dieses Licht besitzt die Intensität von fast einer Million Kerzen hat und kann damit über eine Entfernung von 43 Kilometern gesehen werden. Die Anlage verfügt über unterschiedliche Unterkunftsmöglichkeiten, von gemütlicher Hütte, einfacher Künstlerresidenz oder dem Leuchtturmwärterhaus mit mehreren Schlafzimmern, Küche und Wohnzimmer.

Kvassheim

Kvassheim-fyr- Foto_Eduardo_Grund

Der Leuchtturm von Kvassheim wurde 1912 gebaut und war der letzte einer ganzen Reihe von Leuchtfeuern in der Region Jæren südlich von Stavanger. Seit 1990 läuft er automatisiert, ein Wärter wird seitdem nicht mehr benötigt. Der Leuchtturm ist außen renoviert und innen umgebaut worden. Heute finden Besucher hier ein Café, Konferenzzimmer, ein Naturinformationszentrum sowie Ausstellungen über Schiffbrüche und Rettungsdienste an der Küste von Jæren.

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