19. April 2022 Hans-Raimund Kinkel

Immer wieder Ammerland

Dass es das Ammerland uns angetan hat, haben wir in mehreren Reportagen bereits dokumentiert. Und über Ostern 2022 haben wir uns Bad Zwischenahn als erstes Fahrrad-Reiseziel nach den Corona-Einschränkungen erneut ausgesucht. Auch unser Quartier, das Jagdhaus Eiden, konnten wir für die 4 Ostertage buchen.

Wenn man nach rund 3 Jahren mal wieder an einen beliebten Urlaubsort zurück kommt, dann liegen einem die Vergleiche zum „letzten Mal“ natürlich sehr nahe. Und es gab durchaus Unterschiede. Mit dem Wetter fing es an: Ankunftstag: bedeckt und frische Temperaturen. Das Auto am Hotel abgestellt, und da wir uns zu Hause schon für eine Radtour angezogen hatten, sollte es auch losgehen. Wir starten zunächst rund um das Zwischenahner Meer und machen noch einen Abstecher nach Westerstede, kehren dort im Café am Marktplatz ein, um uns aufzuwärmen.

Dann gemütlich zurück und nach 34 km etwas durchgefroren nach dem Einchecken im Hotel in die Sauna. Am Abend zum mit dem Osterarrangement gebuchten ersten 5-Gänge-Menü ins Restaurant. Und da gab es im Wesentlichen keinen Unterschied. Gleichgebliebene hohe Qualität der Speisen und das schon öfters beschriebene bestens eingespielte freundliche Personal.

Der Karfreitag wurde schon mit extrem fallenden Temperaturen und dunklen Wolken angekündigt. Da es aber trocken bleiben sollte, schwangen wir uns trotzdem auf die Räder und radelten gen Süden in Richtung Edewecht. Den früher entdeckten ehemaligen Bahnradweg bis zum Kanal hatten wir uns vorgenommen. Ostern und Winterkleidung – irgendwie fremd. Und so hatten wir leider die Handschuhe vergessen. Es war kalt! Am Kanal entlang wollten wir bis Oldenburg radeln, bogen dann aber schon etwas früher wieder in Richtung Norden zurück.

44 km waren trotzdem auf der Uhr, als wir zurück im Hotel waren. Und obwohl die Sonne gegen Abend durch die Wolken kam, änderte sich an den Temperaturen nur wenig. Nach dem Aufwärmen in der Sauna machten wir noch eine Runde durch den Ort. Und im Gegensatz zu unserer Tour auf fast menschenleeren Wegen, brodelte hier das Leben.

Der Samstag zeigte sich dann schon beim Aufwachen sonnig. Aber auf dem Weg zum Restaurant – wir hatten diesmal eine etwas zurück gelegene Ferienwohnung gebucht – merkten wir schnell, dass es weiterhin lausig kalt sein würde. Als grobes Ziel hatten wir uns eine Rundtour im Westen von Bad Zwischenahn vorgenommen mit Teilstrecken der Mühlentour. Da wir den Ostwind im Rücken hatten, spürten wir die Kälte zunächst nicht und genossen das Radeln auf den guten Wegen kreuz und quer durch die Landschaft. Kurz vor Barßel traten wir die Rücktour an und spürten sofort den eisigen Gegenwind, der mit Stärke 3-4 auch etwas Kraft erforderte, da er uns in der flachen Landschaft ohne Schutz entgegenblies. Da wir an Edewecht vorbeikamen, machten wir dort im Ort Rast in einem überraschend gestylten Café.

Nach 48 km hatten wir unser Quartier wieder erreicht und freuten uns, erneut die heiße Sauna aufsuchen zu können. Dann noch eine Runde schwimmen im neu restaurierten Innenpool, einen Abstecher in den Außenwhirlpool und der Nachmittag war „gerettet“.

Der Ostersonntag präsentierte sich dann ebenfalls sonnig und mit etwas höheren Temperaturen. Auch die Natur zeigte sich nun so langsam in Frühjahrslaune, wenn auch die Rhododendren nur ganz vereinzelt ihre Blüten zeigten. Trotzdem wollten wir den Bruns-Park in Gristede besuchen und machten dort zunächst einen Rundgang und erfreuten uns an den bunten Frühjahrsblühern. Dann radelten wir weiter in Richtung Wiefelstede, wo es uns die kleine Kirche im Ort angetan hat.

Von dort zum Schlosspark Rastede, wo wir diesmal nicht auf den traditionellen Mittelaltermarkt stießen, vermutlich der Corona-Einschränkungen zum Opfer gefallen. Die Fontäne im See warf die Wasserstrahlen hoch in den Himmel, darunter paddelten die ersten Enten- und Gänse-Küken in elterlichen Begleitung. Von Rastede radelten wir nach Süden durch eine zauberhafte Landschaft bis zum Radweg, der von Oldenburg an der Bahnlinie entlang nach Bad Zwischenahn führt. Ein Abstecher zum See am Wold zeigte uns, dass sich aus Oldenburg viele Radfahrer auf den Weg gemacht hatten.

Zurück an der Bahn entlang hatten wir doch immerhin 51 km auf dem Tacho und genossen die nun wirklich wärmende Sonne nach dem Besuch im Wellnessbereich zunächst auf dem Balkon, dann noch im Strandkorb direkt am Wasser am hoteleigenen Strandabschnitt.

Was uns am Radfahren im Ammerland auch diesmal wieder fasziniert hat, sind die ausgesprochen guten Wege und die Beschilderung. Und die „Mitradler“! Die Einheimischen werden hier sozusagen mit dem Rad geboren und es gibt absolut keinen Stress. Und das tolle daran, es scheint sich – bis auf wenige Ausnahmen – auf die Gäste zu übertragen. Man grüßt sich und an engen Stellen verständigt man sich selbstverständlich, wer sie zuerst passieren soll.
Im Hotel Jagdhaus Eiden selbst haben wir das Gefühl, dass sich nur die Gäste verändert haben – sie sind wie wir drei Jahre älter geworden. Vereinzelt hatten sich jüngere Familien mit Kleinkind mit Opa und Oma zum Osterurlaub getroffen.

Hier unsere früheren Reportagen: Kreuz und quer durchs Ammerland ,  Die Rhododendron-Parks

 

, ,