2. August 2021 Hans-Raimund Kinkel

Hamburg als Fahrradstadt ist die Vollkatastrophe!

Hamburg sonnt sich gerne im Licht der selbst verordneten Fahrradstadt. Wer sich das antut, mit dem Rad vor allem in der Innenstadt unterwegs zu sein, erlebt eine Vollkatastrophe. Beispiel: Von Bergedorf zum Corona-Impfzentrum in den Messehallen. Parallel zur B5 geht es ab Boberg für ein paar Kilometer bis Billstedt noch ganz entspannt.

Ab Billstedt entlang der Horner Landstraße nach Hamm ein Radstreifen in absolut desolatem Zustand, dazu schmal und ständig unterbrochen von Sandtreifen. Dazu Übergänge mit Schwellen, dass einem fast der Lenker aus der Hand geschlagen wird. Am Übergang in die Hammer Landstraße von der Diagonalstraße aus wurde eine Radspur auf die Straße verlegt. Für einen knappen Kilometer bis zur Burgstraße geht es bequem. Von der Burgstraße zur Bürgerweide gibt es ebenfalls nur einen alten Radstreifen und die Kreuzung ist unübersichtlich.

Und so geht es weiter über die Wallstraße zur Sechslingspforte mit Totalsperrung zur Außenalster. Über die Barcastraße irgendwann der Versuch, nach rechts An die Alster zu kommen. Das geht bei sehr hohem Rad- und Fußgängeraufkommen bis über die Kennedybrücke. Dann wieder überall die rotweißen Absperrgitter. Ich weiche über die Kreuzung Neuer Jungfernstieg aus, um über die Esplanade Richtung Planten und Blomen zu kommen.

Wiederum alles abgesperrt. Ich muss auf die Hauptspur ausweichen und werde vom Autoverkehr mit 20 cm Abstand überholt – wie die anderen Radfahrer vor und hinter mir ebenfalls. Die Kreuzung vor dem Gorch-Fock-Wall ist ebenfalls fast komplett eine Baustelle und unübersichtlich. Ab da geht es über die Jungiusstraße, auf der eine überdimensionierte Radspur mit gelben Markierungen abgeteilt ist zum Messezentrum.

Den Rückweg will ich mir erleichtern und über Hauptbahnhof zu den Deichtorhallen, wo es zum Radweg zu den Elbbrücken und dem Entenwerder Park geht. Die Kreuzung vor den Deichtorhallen macht mich fast wahnsinnig. Ich weiß überhaupt nicht mehr, wie man dort eigentlich mit dem Rad fahren soll. Ich riskiere es über die Hauptfahrbahn Klosterwall bis zum Deichtorplatz. Ab da geht es auf dem neuen Radweg ab der Oberhafenkantine zu den Elbbrücken. Durchatmen und entspannt über Kaltehofe und Moorfleet zurück nach Bergedorf. Abenteuer pur!

Nicht viel besser war es im Westen der Stadt. Jetzt wird die Elbchaussee „fahrradfreundlich“ umgebaut. Schon die Pläne zeigen, dass der Platz für eine vernünftige Lösung dort so nicht überall ausreicht und man auf die Fahrspur stellenweise wechseln muss. Eine größere Gefahr gibt es kaum.

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