6. April 2020 Hans-Raimund Kinkel

Großer Ärger über Schleswig-Holstein

Die Coronakrise hat Schleswig-Holstein an diesem Wochenende 4./5. April zu Maßnahmen an der Grenze zu Hamburg verleitet, die niemand mehr versteht. Bei blauem Himmel und angenehmen Temperaturen zog es natürlich viele ins Freie. Vor allem im Westen der Stadt wollten Fußgänger und Radfahrer unter Einhaltung der Abstandsregeln sozusagen ganz normal vor der Haustüre z.B. in der Wedeler Marsch spazieren gehen oder in angrenzenden Waldstücken und im Osten Richtung Geesthacht radeln. Polizisten verweigerten Ihnen den Zutritt oder forderten sie zur Rückkehr auf. Das Abendblatt titulierte seinen Leitartikel:

„Das nehmen wir euch übel“.

Und Recht hat es. Nach den Querelen mit den Zweitwohnbesitzern ist dies ein neuer unfreundlicher Akt, der nicht in Vergessenheit geraten wird. Ob und wie Hamburg reagiert, ist noch offen. Bisher war es selbstverständlich, dass auch Patienten aus Schleswig-Holstein in Hamburger Kliniken behandelt wurden und z.B. Bewohner von Havighorst im nur 500 m entfernten Supermarkt-Zentrum in Bergedorf-Boberg einkaufen können.

Auch Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben unverständliche Maßnahmen publiziert. Vor allem die Äußerung des Landrats in Stade, der die Hamburger aufforderte, nicht zur Obstblüte in Alte Land zu kommen, hatte ebenfalls für viel Ärger gesorgt. Anstelle den Menschen diesen optischen Genuss zu gönnen, setzte man auf Abriegelung. Der Verdacht liegt nahe, dass die Gäste unerwünscht waren, weil sie wegen der geschlossenen Gastronomie ja ohnehin kein Geld in die Region bringen würden, könnten sie auch besser zuhause bleiben. Aber die Äpfel im Herbst sollen wir dann wieder vorzugsweise kaufen. Da geht auf lange Sicht wirklich viel schief.

Foto: An der Elbe bei Geesthacht © Hans-Raimund Kinkel

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