26. Oktober 2018 Hans-Raimund Kinkel

Geheimtipp: Nationalpark Semliki in Uganda

Der Semliki Nationalpark gehört zu den absoluten Geheimtipps in Uganda. Nur wenige Reisende verirren sich hierhin – völlig zu Unrecht, denn der Nationalpark bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten und eine immense Artenvielfalt. 1993 gegründet, ging er aus dem ehemaligen Gebiet des Semliki Forest Reserve hervor. Er befindet sich nördlich des Ruwenzori-Gebirges und südlich des Albertsees und liegt an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo dort wo zentralafrikanischer Regenwald auf ostafrikanische Savanne treffen. Der Nationalpark wird von den östlichsten Ausläufern des großen Ituri-Regenwaldes im Kongobecken dominiert, einer der ältesten und artenreichsten Wälder Afrikas und einer der wenigen, der die letzte Eiszeit vor 12.000 Jahren überlebt hat.

Der Semliki River, der Grenzfluss zum Kongo, wirkt wie eine Miniaturversion des Kongo-Flusses und der Ituri-Regenwald beherbergt zahlreiche zentralafrikanische Wildtier- und Vogelarten. Bei Ornithologen ist der Park besonders beliebt, denn er bietet die Möglichkeit seltene Vogelarten wie den Schuhschnabel, den blauen Riesenturako sowie bis zu neun Arten von Nashornvögeln zu beobachten. Neben den zahlreichen Pflanzen und Tierarten befinden sich im Zentrum des Nationalparks zwei heiße Quellen, die kochendes Wasser an die Erdoberfläche befördern. Sie werden als männliche und weibliche Quellen bezeichnet. Dies geht auf die frühere Weltanschauung der Einheimischen zurück.

Sie glaubten, dass in diesen beiden Quellen die Seelen ihrer männlichen und weiblichen Vorfahren lebten. Sie bedachten sie mit Gaben, um Dürren und andere Katastrophen abzuwenden. Heute sind die Quellen ein beliebtes Ziel und Fotomotiv im Semliki Nationalpark.

Weitere Informationen zum Semliki Nationalpark finden sich unter www.ugandawildlife.org. (Foto: ©  Albie Venter)

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