25. November 2020 Hans-Raimund Kinkel

Französisches Paradies für Radfahrer

Die Vendée an der Atlantikküste kann als das französische Paradies für Radfahrer bezeichnet werden. Auf einem 1.800 Kilometer umfassenden Radwegenetz bieten sich hervorragende Möglichkeiten für Radtouristen. Jüngste Statistiken zeigen, dass es in diesem Sommer, trotz Corona, in der Vendée 13% mehr Radwegenutzer waren, als noch im Sommer 2019. Auch 2021 wird es mit den „Rendez-vous Vendée Vélo“ wieder große Aktionen für Radtouristen geben, die direkt auf den Strecken vom Aktionspersonal angesprochen werden. Neu ist das Label für das Strandbad „La Tranche sur Mer“, das mit „territoire vélo“ eine Auszeichnung für Fahrradfreundlichkeit erhalten hat.

Das Auto hat erst einmal Pause, wenn man die Vendée erreicht hat. Schnell mal zum Strand, Einkaufen, ein kleiner Restaurantbesuch oder ein Ausflug … alles ist mit dem Fahrrad möglich. Die Vendée ist das französische Departement mit dem größten Radwegenetz. Inzwischen stehen fast 1.800 Kilometer zur Verfügung und werden bestens gewartet. Die 1.160 Kilometer „Itinéraires départementaux“ sind wichtige Radwege, die in 25 Runden das komplette Gebiet von Osten nach Westen und von Norden nach Süden durchziehen. Hinzu kommen etwa 650 Kilometer kleine Gemeindewege mit ausgeschilderten Schleifen von 10 bis 80 Kilometer. Die Radstrecken sind sehr abwechslungsreich und bieten sowohl Familien als auch Sportlern ein schönes Radfahrvergnügen. Man kann sich die passenden Strecken durch Sumpflandschaften, Wälder und Heckenlandschaften oder durch Dünen mit Blick aufs Meer aussuchen.

Vendee-rad-1-(c) Simon Bourcier

Die Wege sind entweder asphaltiert oder besitzen eine sandige Oberfläche. Sie liegen an kleinen wenig befahrenen Straßen auf dem Lande, auf einer alten Bahntrasse oder auf einem Treidelpfad. 35% dieser Strecken sind ausschließlich für Fahrräder zu befahren, auf den restlichen Wegen teilt man sich die Benutzung. Auch vom Schwierigkeitsgrad ist das Radwegeangebot sehr vielfältig: in Küstennähe und im Sumpfgebiet „Marais Poitevin“ ist alles flach und im Haut-Bocage wird es sehr hügelig und anspruchsvoll.

Die Vendée ist an das Europäische Radwegenetz. So verbindet die 1.250 Kilometer lange „Vélodyssée“ die Bretagne über die Vendée mit dem Baskenland. Sie ist Teil der „EuroVeloroute 1“, von Norwegen nach Spanien. Die „EuroVelorouten“ 4 und 6 führen ebenfalls in die Vendée.

Die Marke „Accueil vélo“ steht für hohen qualitativen Service für Radtouristen. In der Vendée gibt es derzeit etwa 200 Leistungsträger mit diesem Gütesiegel. Unterkünfte, touristische Attraktionen, Radverleiher und Tourist Infos geben ihr Bestes für Radtouristen.

Auch aus praktischer Sicht ist das Radwegenetz vorbildlich. Eine Karte und eine Broschüre mit Rundwegen können kostenlos angefordert werden. GPS-Koordinaten gibt es als Download auf der kostenlosen Mobile-App http://vendeevelo.vendee.fr/vendee-velo-mobile Die Radwege sind speziell ausgeschildert und alles ist für beste Verkehrssicherheit ausgelegt.

Infos: Vendée Tourisme, 33 rue de l’Atlantique, CS 80206, 85005 La Roche sur Yon cedex, www.vendee-tourismus.de; Startfoto: (c) La Vélodyssee – Aurelie Stapf