10. Juli 2020 Hans-Raimund Kinkel

Ernüchterung über Tourismus-Saison wird breiter

Die Meldungen über die schlechte Entwicklung über die laufende Tourismus-Saison werden häufiger. Das Mallorca-Projekt ist kläglich gescheitert. Mit dem jetzt auch noch neu verordneten Mundschutz im Freien, wird sich das Interesse an einem Urlaub auf der Insel nochmals verringern. Und auch das übrige Spanien verzeichnet nur wenige und überwiegend einheimische Urlauber. Dem Italien-Tourismus geht es nicht besser. Griechenland hat erstmal wieder die Einreisevorschriften mit einem Corona-Test bei Ankunft verschärft. Und die Türkei bleibt weiter mit der Reisewarnung durch das Auswärtige Amt mehr oder weniger geschlossen, da bei der Rückreise eine 14-tägige Quarantäne droht. Dazu kommt, dass der Städte-Tourismus nahezu vollkommen zum Erliegen gekommen ist. Studien weisen aktuell die Rückgänge im Mai nach. Die Kreuzfahrtbranche versucht einen Neustart mit sehr verhaltenen Erwartungen. Außerdem verärgern jetzt nochmals Meldungen von ungehörigem Verhalten der Fluggesellschaften mit kurzfristigen Stornierungen und Verzögerungen bei der Erstattung des Flugpreises.

Es ist erstaunlich, wie blauäugig viele die Situation bisher eingeschätzt haben.

Die vereinzelten Massenaufläufe an der deutschen Nord- und Ostsee – allen voran Sylt – gaben ein vollkommen falsches Signal, denn auch hier sind in weiten Teilen noch freie Quartiere und Leerstand. Die uneinheitlichen Regelungen in den Bundesländern, die nicht kalkulierbaren kurzfristigen Maßregelungen und Verordnungen selbst durch einzelne Landkreise oder Gemeinden, die teilweise hasserfüllten Reaktionen mit Einreiseverbot und Ausweisungen von Zweitwohnungs-Besitzern, Tagesausflugsverbot nach wie vor in Mecklenburg-Vorpommern und vieles mehr haben ihre Spuren hinterlassen. Und diese werden sich auch langfristig nur bedingt wieder auflösen.

Städte-Tourismus liegt am Boden © Hans-Raimund Kinkel

Es macht schon keinen Spaß, mit Mund-Nasenschutz täglich einzukaufen oder damit im Öffentlichen Nahverkehr unterwegs zu sein. Wie soll Urlaubsgefühl aufkommen, wenn man im Urlaub von morgens bis abends durchreglementiert wird. Ein „abgepacktes“ Frühstück im Hotel, das Zeitfenster für die Abendessen-Reservierung, spontaner Besuch im Eiscafé mit Adresse-Hinterlegung. Damit wird auch der Urlaub im Heimatland zur Farce. Schleswig-Holstein meldet die Pleite von 50 Gastronomie-Betrieben – lediglich ein erstes Indiz, was auf die Regionen zukommt, die vom Tourismus wirtschaftlich abhängig sind.

Der Internationale Tourismus ist ohnehin noch geprägt von vielen Unwägbarkeiten wie den Reisewarnungen außerhalb Europas und meist sogar auch von fehlenden Flugverbindungen. Wie oben erwähnt, streichen die Fluggesellschaften die Flüge kurzfristig, wenn sie nicht ausgelastet sind. Umbuchungen sind nur mit meist höheren Kosten und langen Wartezeiten auf den Umstiegsflughäfen verbunden.

Die Menschen sind vorsichtiger geworden. Man sollte es ihnen hoch anrechnen. Startfoto: Leere Strandkörbe an der Ostsee © Hans-Raimund Kinkel

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