28. August 2021 Hans-Raimund Kinkel

Eine Karte, drei Welten am Rheinfall

In den Regionen Schwarzwald, Rheinfall und Bodensee stehen Menschen mit Herzblut hinter rund 100 kostenfreien Attraktionen: Bei zwei Übernachtungen in über 80 Partnerbetrieben gibt es die „DreiWelten Card“ dazu – und damit alle Eintritte geschenkt. Dahinter stecken Menschen, die von der Region und den Angeboten vor Ort selbst ganz begeistert sind. Im Portrait der Schiffsmaschinist Bjorn Waes.

Sonnenbrille, blaues Hemd, zwei goldene Streifen auf der Schulter: Bjorn Waes ist Maschinist und Vize-Werftchef bei der Schifffahrt Untersee und Rhein. Bis zu zehn Stunden täglich begrüßt er Passagiere an Bord, hebt E-Bikes an den richtigen Platz und beantwortet bestens gelaunt alle Fragen zur Route und zum Schiff. Mit nur 1,2 Metern Tiefgang fährt das elegante Kursschiff „Arenenberg“ auf einem Teilstück zwischen Rheinfall und Kreuzlingen am Bodensee auf und ab. Dazwischen: Idylle pur. Die Ufer des Rheins und des Untersees wirken wie eine Art Dschungel. „Ich arbeite auf dem Wasser mitten in der Natur“, sagt der gebürtige Belgier mit den Familien-Tattoos auf dem Unterarm und dem Schweizer Dialekt auf der Zunge. Seine zwei Lieblingssätze: ein fröhliches „Grüezi mitanand!“ und ein warmes „Ade mitanand!“.

Foto: © DreiWelten Card

Dazwischen prüft er die Maschinen im Bauch des weißen Dieselschiffs, die die großen Schrauben antreiben. „Wir kühlen mit Fahrwasser“, sagt Bjorn Waes und fasst dabei fachmännisch an die wichtigsten Leitungen. Alles normal. Es kann losgehen. Mit 20 Kilometern pro Stunde, wenn er mit der Strömung fährt. Spektakulärster Punkt der Strecke: die Brückendurchfahrt in Diessenhofen. Da fahren die Deckbeschattung und das Schiffsführerhaus ein. „Sonst würden wir nicht unter der historischen Brücke durchpassen.“ Waes hat jede Bewegung des Schiffs im Blick. Bei jedem Stopp wirft er ein dickes blaues Tau um die Pfosten an Land und zurrt das 300-Passagier-Schiff fest. Die Stimmung: „Immer bestens!“, sagt der 32-Jährige knapp und strahlt dabei. „Ich wollte hier eigentlich nur aushelfen – jetzt bin ich irgendwie hängen geblieben.“ Im Sommer 2018 hat der Automechaniker seine Liebe zum Wasser entdeckt. „Das ist einfach herrlich, die schöne Natur an einem vorbeifahren zu sehen.“ Bootsgaragen, gemütliche Liegen am Ufer, grüne Oasen, wenige, aber prächtige Häuser. Wie eine Fahrt durch eine malerische Postkarte. Im Winter macht Bjorn Waes in der Werft die Schiffe wieder fit. Schweißen, schreinern, streichen: „Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich“, sagt Bjorn Waes, der Schiffsführer werden will. „Jede Fahrt ist ein Erlebnis. Für mich und für die Passagiere.“

Weitere Informationen unter: www.dreiwelten.com; Startfoto: © DreiWelten Tourismus GmbH

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