24. Mai 2020 Hans-Raimund Kinkel

Ein unbekanntes Kleinod – „Reinbeker Wald“

Hamburgs Umland hat viel zu bieten, für Radfahrer allemal. Aber auch für Wanderer oder Spaziergänger. Und selbst für uns, die wir im Osten Hamburgs leben, tun sich immer mal wieder unbekannte Kleinode auf. So haben wir kürzlich den „Reinbeker Wald“ entdeckt. Reinbek, in der südlichen Geest Schleswig-Holsteins gelegen, ist mit etwa 27.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Kreis Stormarn. Reinbek liegt im östlichen Ballungsraum Hamburgs und gehört zur Metropolregion Hamburg. Reinbek bezeichnet sich selbst als „Stadt im Grünen“, was beim ersten Eindruck nicht unbedingt in die Augen sticht. Mit dem Rad von Hamburg kommend geht es am Reinbeker Krankenhaus den Berg hinab ins Ortszentrum, eine große Kreuzung beim Reinbeker Rathaus. Einen richtigen Ortskern können wir nicht ausmachen, denn trotz dem City Center Reinbek dominieren einfach die beiden großen Durchfahrtstraßen und – was später noch deutlicher wird –  die Bahntrassen, die den Ort zum Schloss hin zerteilen. Die Züge rauschen mit hoher Geschwindigkeit und großem Lärm durch das angrenzende Wohngebiet.

© Hans-Raimund Kinkel

Wenn man Reinbek auf der Karte anschaut, dann trifft die „grüne“ Bezeichnung durchaus zu. Da ist der Wald an der Bille entlang nach Bergedorf, der große Sachsenwald ist über Aumühle in der Nähe und auch nach Wentorf geht es hinter dem Mühlenteich durch eine bewaldete Strecke. Wir haben aber noch einen Tipp bekommen. Wir sollten doch mal durch den „Reinbeker Wald“ spazieren. Eigentlich ist es das Gebiet des „Staatsforst Trittau“, das sich in nordöstlicher Richtung Schönningstedt erstreckt.

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Parallel zur L222, der Schönningstedter Straße verläuft die Kückallee, die mit prächtigen Bäumen gesäumt an den Villen entlang läuft, die einen gehobenen Wohlstand a la Blankenese ausstrahlen. Kurz vor dem Ende der Kückallee führt der Weg in den Wald und uns umfängt eine große Stille. Wir spazieren auf dem Rundweg und kommen bis zu einem Rastplatz an die Bille, wo sich einige Radfahrer getroffen haben und Kanufahrer gemütlich vorbei  shippern.

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Unterwegs gibt es eine ganze Reihe an Informationsschildern, die schon stark von der Sonne gebräunt sind und ein wenig verkommen sind. Schade, denn die Hinweise auf die dortige Pflanzenwelt sind durchaus interessant. Wir streifen durch mehrere Wege in diesem Waldstück und genießen die herrliche Natur.

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Über die „Wildkoppel“ geht es dann zum Reinbeker Schloss am Mühlenteich, ein wirklich imposantes Gebäude. Es wurde als eine der Nebenresidenzen des herzoglichen Hauses Schleswig-Holstein-Gottorf im 16. Jahrhundert errichtet. Es gehört zu den frühesten Bauten aus der Herrschaftszeit Herzog Adolfs I. und gilt als eines der besten Beispiele der Renaissance in Schleswig-Holstein. Das Schloss wurde nach Umbauten des 19. Jahrhunderts von 1977 bis 1987 restauriert und dient heute als Kunst- und Kulturzentrum der Stadt Reinbek. Und man dort auch stilvoll heiraten. An diesem sonnigen Tag haben sich auf der Schlosswiese am Mühlenteich – mit dem geforderten Corona-Abstand – viele Ausflügler eingefunden.

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Zurück nach Hamburg geht es zunächst an der Bille entlang nach Bergedorf und von dort durch die Vier- und Marschland bis Tatenberg und Kaltehofe.

Eine Tour vom Hauptbahnhof aus mit etwas über 50 km.

Von Bergedorf aus sind es nur 16 km.

 

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