30. Juli 2021 Hans-Raimund Kinkel

Bewusst in Thailand reisen

Thailand ist eines der beliebtesten Reiseziele weltweit. Das Land gilt als sehr gastfreundlich und steckt voller spannender Gegensätze. Die Metropole Bangkok ist eine Mischung aus traditioneller Kultur und Moderne. Unzählige Tempel wechseln sich mit glamourösen Einkaufsmeilen ab, es gibt traditionelle Märkte und überall Garküchen.

Doch lässt sich auch ein Aufenthalt realisieren, der sowohl ökologisch als auch sozialverträglich ist?

Rice terrance In green season Chiangmai Thailand – © TAT

Antizyklisch Reisen

Thailand ist eine Ganzjahresdestination. Ganz besonders gut kann man das Land während der etwas kühleren Regenzeit erkunden. Von Juni bis Oktober blüht es überall. Daher wird die Regenzeit auch Green Season genannt. Während dieser Jahreszeit kommen weniger Besucher nach Thailand, auch wenn es meist nur einmal am Tag zu einem tropischen, warmen Schauer kommt. In dieser Zeit bieten sich Aktivitäten in der frischen und blühenden Natur an, wie beispielsweise ein Aufenthalt in einem der vielen Nationalparks. Die Parks sind ideal für Campingaufenthalte und um Tiere in der freien Wildbahn zu beobachten. Den Einheimischen fehlt in dieser Zeit wichtiges Einkommen, alles ist etwas günstiger und daher lohnt sich die Green Season finanziell wiederum für die Reisenden und als wirtschaftliche Unterstützung für die Einheimischen. Eine Win-Win-Situation auf beiden Seiten.

Weberei-Kanchanaburi-Thailand-reisen-© tat

 

Homestays
Besonders unvergessliche Reiseerlebnisse sind mit Homestay-Aufenthalten möglich. Bei dieser Form des Reisens übernachten Reisende bei Einheimischen und tauchen in den Alltag ihrer Gastgeber ein. Besonders in dörflichen Regionen sorgen Homestays für wirtschaftlichen Aufschwung und kulturellen Austausch mit Reisenden aus Nah und Fern. Reisende nehmen neue Erfahrungen mit nach Hause: Sei es das Erlernen traditioneller Thai-Gerichte oder einen Einblick in die Handwerkskunst, wie zum Beispiel das Weben traditioneller Stoffe. Angebote für Homestays gibt es über das ganze Land verteilt.

Slow Travel

Young woman traveler travelling by bicycle into Wat Mahathat temple in the Sukhothai Historical Park contains the ruins of old Sukhothai, Thailand, UNESCO world Heritage Site. © adobestock

Umweltfreundliches Reisen bedeutet Entschleunigung. Für Reisen in Thailand empfiehlt sich der Zug als Fortbewegungsmittel. Dabei kann das Land im Vorbeifahren erkundet werden und als Reisender kommt man in Kontakt mit Einheimischen. Eine solche Reise eignet sich für jedes Budget, da es verschiedene Klassen (1-3) zu unterschiedlichen Preisen gibt. Auch kulinarisch bieten sich unterschiedliche Möglichkeiten von umherstreifenden Händlern (3. Klasse) bis zum privaten Essen in der Kabine (1. Klasse). Das Streckennetz in Thailand ist gut ausgebaut und bringt die Reisenden in alle Teile des Landes.

Radfahren ist ein weiteres abenteuerliches und umweltschonendes Fortbewegungsmittel, ob im Süden vorbei an Felsformationen und Sandstränden oder Norden entlang von Reisfeldern und Tempeln oder gar durch die engen Gassen und dichten Verkehr Bangkoks.

Rise Field at Ban Na Ton Chan, Sukhothai

TEATA (Thai Ecotourism and Adventure Travel Association)

1997 wurde die TEATA gegründet. Die Organisation bildet ein Netzwerk für mehr als 60 Reiseveranstalter, die das gemeinsame Ziel haben, hohe Standards für Natur-, Abenteuer- und Ökotourismus zu setzen. Für die Anbieter bedeutet nachhaltiger Tourismus mit Rücksicht auf die Menschen, die Natur und die Umwelt zu reisen. Es werden viele verschiedene Aktivitäten und Aufenthalte angeboten, wie beispielsweise Radtouren, Vogelbeobachtungen, gemeindebasierter Tourismus oder Dschungel-Trekking.

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