4. September 2020 Hans-Raimund Kinkel

Auf Entdeckungsreise mit dem Rad

Kultur in Büsum zu erleben, bietet sich besonders auf dem Fahrrad an. Das Tolle: Man kann nicht nur einzigartige Plätze und Geschichten umweltfreundlich kennenlernen, sondern auch etwas für seine eigene Gesundheit tun.

Informativ und gesellig sind die von den Büsumer Gästelotsen geführten Radtouren, die für Kinder und Erwachsene gleichermaßen geeignet sind und Spaß bringen. Man erfährt z. B. etwas über die spektakulären Lebensretter-Geschichten von Hans Reiher und am Deichmuseum über die Küstenschutzgeschichte und den Deichbruch. Die Gästelotsen lassen einen tiefer in Büsums Geschichte eintauchen. Der Geheimtipp von den Gästelotsen Raimund Donalies und Martina Köster für eine ausgedehntere Tour: „Wer gerne Natur und Ruhe sowie die Weite mit heimischen Tierarten erleben möchte, für den bietet sich eine Radtour in den Speicherkoog an. Je nach Jahreszeiten kann man an blühenden Wildorchideen vorbeikommen und die vielen verschiedenen Vogelarten beobachten. Man sollte unbedingt an ein Fernglas denken, um kein Detail zu verpassen.“ Wer im Besitz einer gültigen Einwohner- oder Gästekarte ist, kann kostenlos an der kleinen Tour teilnehmen.

Büsumer-Gästelotsen © TMS Büsum

Wenn man sich lieber selbst auf kulturelle Spurensuche begeben möchte, bieten sich die Themenradrouten „Kohlroute“, „Energieroute“ oder „Alte Deiche, neues Land“ an. Diese bieten Erkundungsstrecken bis zu 74 km an. Eine vor Ort erhältliche Fahrradkarte beschreibt interessierten Radfahrern die Strecken.
www.buesum.de

Ein architektonisches Kleinod, in dem bäuerliches Leben und nordfriesische Sagen aufeinandertreffen: Der Rote Haubarg in Witzwort ist ein beliebtes Ausflugsziel, 10 km südlich von Husum, und gut mit dem Fahrrad zu erreichen. Neben einem kleinen Museum befindet sich in dem sehenswerten und für die Region typischen Bauernhaus heute ein Restaurant mit einer herrlichen Terrasse.

Gaststätte Roter Haubarg

Von hier aus führt die 26 km lange Radtour „Eiderstedter Landpartie“ durch das nördliche Eiderstedt. Im beschaulichen Norderfriedrichskoog trifft man auf dänische Spuren, ist der Koog doch nach einem ehemaligen König von Dänemark benannt. In Oldenswort lohnt sich ein Abstecher zum Herrenhaus Hoyerswort, dem einzigen Herrenhaus der Landschaft Eiderstedt. Während einer der regelmäßigen Kostümführungen berichtet der Hausherr Interessantes aus der Geschichte des Anwesens. Moderne Kunst lässt sich im Skulpturenpark entdecken und im Café wird selbstgebackener Kuchen serviert.

Wer den Norden der Husumer Bucht erkunden möchte, kann dies auf der „Tour der Erinnerungen“ tun. Neben bronzezeitlichen Überresten erinnert auf dieser Rundstrecke vieles an Husums berühmten Dichter Theodor Storm. So fand seine zweite Hochzeit in der idyllischen Marienkirche von Hattstedt statt. Auf dem Friedhof befindet sich das Grab eines Deichgraf, der zum Vorbild einer Figur in der Novelle „Der Schimmelreiter“ wurde. Auf dem Rückweg nach Husum lohnt sich ein Abstecher nach Schobüll, dem einzigen deichfreien Abschnitt an der Nordsee-Festlandsküste Schleswig-Holsteins. Neben einer weiteren sehenswerten Kirche – dem schmucken Kirchlein am Meer – kann man hier die Galerie Lüth besuchen, die ihren Fokus auf zeitgenössische Künstler aus Schleswig-Holstein legt.
www.husum-tourismus.de/Radfahren

Bordelumer Heilquelle_Felix Middendorf

Hoch oben im Norden, im Herzen Nordfrieslands liegt eine geheimnisvolle Quelle, über die es viele mystische Geschichten zu lesen gibt. Zu finden ist diese auf halbem Weg zwischen der eigentlichen Ortschaft Bordelum und der außerhalb des Ortskerns liegenden Kirche. An einer Stelle zweigt ein kleiner Weg ab zu einer Quelle, über die es so einiges an Geschichten, Mutmaßungen und Theorien gibt. Diese reichen bis weit in die vorchristliche Zeit zurück, aber echte Belege fehlen. Zwischen 1770 und 1780 sowie nochmals 1808 bis 1810 wurde diese Quelle wiederentdeckt und beworben als „Heilquelle“ oder auch „heilende Quelle“. Aber auch lange vor unserer Zeit war die Quelle anscheinend bekannt, wie Münzfunde und Grabungen in der Nähe zeigten. Was immer auch sich an Sagen und Legenden um die Quelle und ihre Umgebung ranken mag, etwas Besonderes muss schon an dem Ort sein.

Immer wieder kommen zur Quelle Besucher von weither, die über die besondere Atmosphäre, das Beruhigende des Ortes berichten und darüber, wie gut ihnen der Besuch täte. Längst wurde das Quellwasser getestet. Es hat relativ hohe Mineralbestandteile, wie auch der verfärbte Wasserlauf zeigt. Aber die Menge reicht nicht aus, um offiziell als „Heilwasser“ gelten zu können. In früheren Zeiten wurde das Taufwasser aus der Quelle geholt, aber diesen Brauch gibt es nicht mehr.
www.nordseeurlaub.sh; Startfoto: Büsum-Rad – © TMS Büsum GmbH