10. Februar 2020 Hans-Raimund Kinkel

Auf Beethovens Spuren durch Wien

Im Jubiläumsjahr auf den Spuren von Ludwig van Beethoven: Er lebte in Wien an vielen Orten und wechselte oftmals seine Wohnungen. Einige seiner einstigen Domizile werden auch heute noch genutzt.

Die Ortschaft Heiligenstadt lag zu Beethovens Zeit vor den Stadtmauern und war ein angesagter Kurort. Heute ist es ein Teil des 19. Wiener Bezirks Döbling. Ausgedehnte Spaziergänge und Naturerlebnisse gaben dem Komponisten hier Kraft, Ablenkung und vor allem Hoffnung auf Linderung oder gar Heilung seiner gesundheitlichen und seelischen Leiden. In der Probusgasse eröffnete in einer seiner einstigen Wohnstätten 2017 das Beethoven Museum. Ein Ausstellungsparcours führt durch die 14 Räume. Thematisiert werden unter anderem die Geschichte des Hauses, Beethovens Übersiedlung von Bonn nach Wien, sein Aufenthalt in Heiligenstadt, das Komponieren, das Geldverdienen, die damalige Aufführungspraxis und sein Vermächtnis.

Das Theater an der Wien galt schon früher als wichtige Aufführungsstätte für Opern, Operetten, Singspiele, Schauspiele und Konzerte aller Art. Mehrere Werke Beethovens kamen hier erstmals zur Aufführung, etwa sein Violinkonzert und die Oper „Fidelio“. In den Jahren 1803/04, in denen der Komponist an seiner Oper arbeitete, wohnte er auch zeitweise in diesem Haus. Im Beethoven-Jubiläumsjahr 2020 bringt das Theater an der Wien einige Specials in memoriam Beethoven: etwa eine Uraufführung („Egmont“ von Christian Jost und Christoph Klimke, ab 17.2.2020), eine Neuproduktion von Beethovens „Fidelio“ (ab 16.3.2020; Regie führt Christoph Waltz).

Baron von Pasqualati hatte seinem Freund Beethoven ein günstiges Quartier zur Verfügung gestellt, welches dieser zwischen 1804 und 1814 mehrmals bewohnte. Das Pasqualatihaus befindet sich auf der Mölker Bastei in der Innenstadt. Der Blick, der sich Beethoven damals von dort bot, reichte über die Vororte der Stadt bis zu den Hügeln des Wienerwaldes. Ein Ausblick, der den Meister wohl zu vielen seiner bedeutendsten Werke inspiriert haben dürfte. Hier arbeitete er unter anderem am „Fidelio“, an mehreren Symphonien, am Violinkonzert und an Klavierstücken wie „Für Elise“, welches er angeblich seiner unglücklichen Liebe, Therese von Malfatti, widmete. Die Beethoven-Gedenkstätte befindet sich im 4. Stock. Viele persönliche Dinge Beethovens sind hier ausgestellt, über Kopfhörer werden seine Kompositionen vermittelt.

Das Gebäude, in dem der Heurige Mayer am Pfarrplatz logiert, war eine der zahlreichen Wiener Wohnadressen Beethovens. 1817 lebte und komponierte er in diesem unweit vom jetzigen Beethoven Museum gelegenen Haus. Der Heurige mit dem gemütlichen Gastgarten offeriert ein reichhaltiges Buffet mit warmen und kalten Speisen sowie Eigenbauweine des seit 1683 bestehenden Weinguts.

In dem denkmalgeschützten Haus, in dem sich das Restaurant Ludwig van befindet, hatte Beethoven von Oktober 1822 bis März 1823 eine Hofwohnung. Er arbeitete hier unter anderem an der „Missa solemnis“, an seiner 9. Sinfonie und an der Klaviersonate c-Moll op. 111. Das feine Gasthaus „Ludwig van“ bietet modern interpretierte Wiener Küche und österreichische Klassiker.

Ludwig van Beethoven ist am Wiener Zentralfriedhof ein Ehrengrab gewidmet (Gruppe 32 A, Nr. 29). Seine ursprüngliche Grabstätte befand sich auf dem Ortsfriedhof von Währing, wo der Komponist am 29.3.1827 beigesetzt wurde. 1888 wurden seine sterblichen Überreste in das Ehrengrab am Zentralfriedhof umgebettet. Neben Beethoven befindet sich die Grabstätte von Franz Schubert. Dazwischen wurde ein Denkmal für Wolfgang Amadeus Mozart errichtet, der am St. Marxer Friedhof begraben wurde.

Beethoven Museum, Probusgasse 6, 1190 Wien, www.wienmuseum.at; Foto: © WienTourismus / Paul Bauer

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