8. Juni 2018 Hans-Raimund Kinkel

Alpine Peace Crossing: Wandern für den Frieden

Am 30. Juni machen sich Wanderer aus Österreich, Israel und Nachkriegs-Exilländern wieder zu Fuß auf den Weg vom Pinzgau über den Krimmler Tauern nach Südtirol. Sie marschieren entlang der Fluchtroute, die im Jahr 1946/47 tausende Juden nahmen, um nach Palästina zu gelangen.

Gemeinsam wandern, um an eine Zeit zu erinnern, in der Europa von Vertreibung und Flucht geprägt waren – ein Thema, das auch im 21. Jahrhundert äußerst aktuell ist: Das ist das Ziel des Salzburger Vereins Alpine Peace Crossing (APC). Seit 2007 wird alljährlich die österreichisch-italienische Grenze am Krimmler Tauern überquert, um einen in Vergessenheit geratenen Exodus in Erinnerung zu rufen: Den von 100.000 heimatlos gewordenen Juden aus Osteuropa, die 1946/47 durch Österreich an die Mittelmeerküste nach Palästina gelangen wollten. Da sie nicht legal über die Grenze nach Italien reisen durften, nahmen 5.000 von ihnen den beschwerlichen und gefährlichen Weg über den Krimmler Tauern nach Südtirol. Am Tag vor der Friedenswanderung eröffnet Bürgermeister Erich Czerny jedes Jahr den Krimmler Friedensdialog (29.06.18) mit anerkannten Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Im vergangenen Jahr waren etwa Bundespräsident Alexander Van der Bellen und der Schriftsteller Ilja Trojanow zu Gast.

Alpine Peace Crossing (30.06.18)
Start um 07.00 Uhr beim Krimmler Tauernhaus (1631 m) über die Passhöhe des Krimmler Tauern (2.634 m) nach Kasern in Südtirol (1.582 m). Gesamtlänge 18,4 km, 1.003 Höhenmeter hinauf und 1.052 Höhenmeter hinunter. Von Kasern fährt am Samstagabend ein Bus zurück nach Krimml – Preis p. P.: 60 Euro inkl. Transfers/ohne Nächtigung
Anmeldung unter www.alpinepeacecrossing.org; Foto: Alpine_Peacecrossing_in_der_gruppe_im_sommer_©_Moritz_Nachtschafft_Tourismusverband_Krimml

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