21. Februar 2021 Hans-Raimund Kinkel

Aktiverlebnis: Der Kandel – Berg der Kräfte

Zwischen den umliegenden Tälern streckt er sich in die Höhe und ragt wie eine Pyramide aus der Rheinebene empor: Der Kandel ist der 1.241 Meter hohe Hausberg des ZweiTälerLand und einer der imposantesten Gipfel im südlichen Schwarzwald – ein echter Berg der Kräfte. Kein Wunder also, dass sich um das weitläufige Gipfelmassiv zahlreiche Mythen und Sagen ranken. Im Volksmund ist er auch als Blocksberg des Schwarzwalds bekannt und galt schon im Mittelalter als Hexentreffpunkt.

Wandern auf dem Zweitälersteig, Zweribachfall, Bannwald Zweribach © Patrick-Kunkel

Doch Outdoorsportler müssen sich heute nicht mehr fürchten: Auf ihren Wanderungen, Radtouren, Gleitschirmflügen oder Kletterrouten begegnen ihnen vor allem die abwechslungsreiche Natur des ZweiTälerLand und die einzigartigen Weitblicke in den Schwarzwald, bis zu den Vogesen und bis in die Alpen. So geht es etwa für Wanderer auf der ersten Etappe des ZweiTälerSteig von Waldkirch aus über den Höhenrücken zum Gipfel oder auf der Kandel-Tour einmal um das Bergmassiv herum.

Wandern auf dem Zweitälersteig, Großer Kandelfelsen Kandel © Patrick-Kunkel

Kandel für Aktive

Die exponierte Lage zwischen dem Elz-, Simonswälder- und Glottertal verleiht dem Kandel eine besondere Ausstrahlung und lässt das Bergmassiv wie eine Pyramide aus der umliegenden Landschaft ragen. Neben Actionfans, die dank eines Startplatzes für Gleitschirmflüge, zahlreicher Kletterrouten rund um den Kandelfelsen oder anspruchsvoller Radtouren ihren Adrenalinkick finden, kommen auf dem weitläufigen Gipfelplateau vor allem Wanderer auf ihre Kosten. Auf den naturbelassenen Pfaden der Kandel-Tour umrunden Naturliebhaber den Gipfel auf rund sieben Kilometern. Dabei geht es auf der Passhöhe des Kandels zunächst über grüne Bergwiesen und vorbei an flechtenbesetzten Felsen. Zwischendurch öffnen sich immer wieder Fernblicke in die umliegenden Landschaften und Täler. Am Kandelfelsen stoßen Wanderer auf die Überreste eines in der Walpurgisnacht im Jahr 1981 durch Frost ausgelösten Felssturzes. Der Sage nach waren die Hexen beim Tanzen zu ungestüm.

Aussicht-Geniessen_© Clemens-Emmler

Beim Thomasfelsen genießen die Ausflügler anschließend ihre mitgebrachte Brotzeit mit Blick ins Glottertal oder stärken sich nach einer weiteren kurzen Wegstrecke beim Fensterli-Wirt der Gummenhütte mit einem zünftigen Vesper, bevor es wieder zum Ausgangspunkt zurück geht. Anspruchsvoller sind Outdoor-Sportler hingegen auf der ersten Etappe des ZweiTälerSteig unterwegs. Vom mittelalterlichen Waldkirch aus starten die Aktivurlauber in Richtung Gipfelpyramide und überwinden auf der rund zehn Kilometer langen Strecke insgesamt 1.000 Höhenmeter. Dabei folgt der steile Aufstieg dem langgezogenen Bergrücken zwischen Elz- und Glottertal und führt vorwiegend über schmale Pfade abwechslungsreich durch den Wald. Oben angekommen belohnen beeindruckende Weitblicke bis zu den Vogesen und Alpen die Wanderer für ihre Strapazen. Zudem erfahren Interessierte hier oben und entlang der Wege an verschiedenen Infostelen Wissenswertes und Spannendes zu Geologie, Flora & Co.

Kandelpyramide, Kandel- Foto Clemens Emmler

Neues Berghotel mit nachhaltigem Konzept

Ab Frühjahr 2021 erwartet mit der „Bergwelt Kandel“ ein neuer Gastgeber Urlauber und Ausflügler auf über 1.000 Meter Höhe. Derzeit entsteht auf dem Gipfel des Kandels das Gasthaus mit Restaurant, Panoramaterrasse, fünf Doppelzimmern und zwei Suiten sowie einer Veranstaltungslocation. Dabei setzt der Inhaber auf eine umweltfreundliche Holzbauweise aus heimischer Weißtanne und ein nachhaltiges Energiekonzept. Im Restaurant soll die Küche ihre Gäste mit saisonalen und regionalen Köstlichkeiten, zubereitet mit Produkten aus dem Schwarzwald, verwöhnen. Neben der neuen „Bergwelt Kandel“ fühlen sich Urlauber zudem in den gemütlichen Stuben des „Kandelhof“ wohl, lassen sich das zünftige Vesper auf der „Gummenhütte“ schmecken oder probieren die leckeren Gerichte mit Produkten aus eigener Herstellung im familiengeführten „Plattenhof“.

Das ZweiTälerLand

Das ZweiTälerLand liegt inmitten des Schwarzwaldes nordöstlich von Freiburg. Mit Höhenunterschieden von bis zu 1.000 Metern entdecken Outdoor-Freunde hier eine abwechslungsreiche Landschaft vom felsigen Steilgebiet über Wiesen & Wälder bis hin zu den Weinbergen und Obstplantagen in der Rheinebene. Seit 2016 ist das 300 Quadratkilometer große ZweiTälerLand erstmals als „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ in Baden-Württemberg zertifiziert worden und ist damit die erste Qualitätsregion in Baden-Württemberg. Anfang 2019 erhielt das ZweiTälerLand erneut die Auszeichnung. Insgesamt erwandern Interessierte die Region auf über 800 Kilometern markierter Wege. Einige der Highlights sind der „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ ZweiTälerSteig, der auf 106 Kilometern durch sämtliche „Vegetationszonen“ führt, die Herzenswege und die Schwarzwälder HüttenWinkel-Touren sowie zahlreiche Themenwege – speziell auch für Familien. Ob von oben beim Drachen- oder Gleitschirmfliegen, beim Klettern am Felsen, beim Golfen, beim Angeln oder doch beim Rad- oder Mountainbike-Fahren auf dem 400 Kilometer weiten Wegenetz – neben dem Wandern bietet die Region noch viele weitere Möglichkeiten „on tour“ zu gehen. Weitere Informationen unter www.zweitaelerland.de. Startfoto: © Patrick Kunkel

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