Für eine erste Frühjahrsausfahrt mit dem Rad von Hamburg aus haben wir uns eine Tour nach Lüneburg ausgesucht und gezielt das „Wasserviertel“ besucht. Für die Erkundung von ganz Lüneburg reicht normalerweise so ein Abstecher nicht aus.

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Bauernhof in Oldershausen – Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Wir schnallen unsere Räder auf unseren Fahrradträger des Autos und fahren von Hamburg-Bergedorf aus über die Elbe bei Geesthacht und auf der B 404 bis zur Abfahrt Oldershausen, ein typisches niedersächsiches Bauerndorf und für uns als Ausgangspunkt für unsere Radtour deshalb ausgewählt, weil es von hier einen direkten Zugang zum Radweg am Ilmenau-Kanal gibt. Den radeln wir auch bis zur Wilhelmsbrücke entlang und biegen dann nach Süden Richtung Wittorf und Bardowick ab.

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Idyllischer Radweg an der Ilmenau – Foto: © Hans-Raimund Kinkel

In Bardowick müssen wir etwas suchen, bis wir den Radweg direkt an der Ilmenau entlang finden. Doch es lohnt sich, denn ab hier haben wir eine der schönsten Strecken in dieser Region gefunden. Dieser Radweg führt uns auch direkt bis in das berühmte Wasserviertel Lüneburgs.

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Wasserviertel in Lüneburg- Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Für dieses Viertel engagiert sich ein Verein, in dem sich Menschen zusammengefunden haben, die diesen Teil von Lüneburg in seiner Originalität erhalten wollen. Aufwendige Restaurierungen wurden und werden in Kauf genommen, um möglichst viel vom alten Charme dieser Häuser zu erhalten.

Der Verein schreibt dazu auf seiner Internetseite:
„Das Wasserviertel wird geprägt durch seinen historischen Kern, dem Stintmarkt. Der Alte Kran, das Kaufhaus und der Stintmarkt sind Charakteristika des Wasserviertels.

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Sorgsdame Restaurierung der Gebäude – Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Das Wasserviertel ist jedoch viel mehr als der Stintmarkt und seine historischen Highlights. Es leben mehr als 900 Menschen im Viertel. Der Altersdurchschnitt im Wasserviertel ist deutlich niedriger als in vergleichbaren anderen Vierteln Lüneburgs. Es gibt in den Gassen vielfältigen Einzelhandel, Gewerbetreibende, Alteingesessene und junge Familien, jeweils unterschiedlichster Kultur.

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„Ruhender Pol“ am Wasserviertel: Statue von Mark Twain – Foto © Hans-Raimund Kinkel

Der Verein will mit verschiedenen Aktivitäten das Bewusstsein und Verständnis für den Charme des Viertels stärken und so die einzigartige Identität des Wasserviertels unterstützen und fördern. Er versucht, das Miteinander der Menschen im Viertel über Initiativen, insbesondere in den Kernbereichen Kultur, Soziales und Ökologie voranzutreiben.“

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Das Alte Kaufhaus – Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Es ist beeindruckend, was hier mit viel Herzblut in Lüneburg erhalten und gepflegt wird. Man spürt, dass diese
Menschen, die sich hier engagieren, auch ein Stück gemeinsamer Lebensphilosophie leben. Wir verweilen eine ganze Weile in diesem Wasserviertel, machen einen kurzen Rundgang durch die Innenstadt und lassen unseren Kurzbesuch im Restaurant „Mama Rosa“  im Bergström-Gebäude mit dem Gästehaus Abtsmühle bei  hervorragender italienischer Küche ausklingen.

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An der Ilmenau – Foto: © Hans-Raimund Kinkel

Dann geht es zurück – und weil der Hinweg an der Ilmenau so idyllisch war, radeln wir auf diesem Weg auch wieder zurück bis Bardowick. Dort wechseln wir auf die östliche Seite der Ilmenau und nehmen den Waldweg nach Sankt Dionys, queren den Neetzekanal und Radeln über Barum durch die Felder zurück nach Oldershausen.

Die Tour ist nur rund 35 Kilometer lang, aber landschaftlich abwechslungsreich und durch den Besuch des
Wasserviertels in Lüneburg auch besonders interessant, zumal wir dafür auch die entsprechende Zeit eingeplant
hatten.