Der letzte Abschnitt unserer Holland-Reise

 

Der letzte Abschnitt unserer Holland-Reise mit der Landpartie – Radeln und Reisen – führt uns von unserem Edelhotel in Dordrecht zunächst nochmals in Richtung Nord-Osten durch die Stadt und dann auf dem Zuidendijk zum Provincialweg bis zum Fähranleger am Nationalpark „De Biesbosch“. Und damit am Mündungsgebiet von Rhein, Maas und Schelde.

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Der Nationalpark De Biesbosch ist eines der wenigen Süßwassergebiete mit Gezeiten, die es auf der ganzen Welt gibt. Mehrere Flüsse kommen hier zusammen und bilden ein Süßwasserdelta von ungefähr 8000 Hektar. Die Naturlandschaft, die Ebbe und Flut unterworfen ist, weist eine besondere Flora und Fauna auf. Die vorhandenen Freizeiteinrichtungen sorgen für allen Komfort, beeinträchtigen jedoch in keinster Weise die Natur.

Biber, Eisvögel und Seeadler

Durch den Nationalpark De Biesbosch kann man wandern oder radfahren, am spannendsten ist es jedoch, die Naturlandschaft mit dem Boot zu erkunden. Man kann selbst ein Boot oder ein Kanu leihen oder mit einer organisierten Rundfahrt in einem Elektroboot die vielen kleinen Flussläufe und Weidenbüsche bewundern. Touristenführer zeigen die besondere Flora und Fauna in der Umgebung.

Der Biber ist das außergewöhnlichste Tier des Nationalparks. Inzwischen haben diese Nager schon mehr als hundert Burgen im Wasserreich des Nationalparks gebaut. Außerdem brüten hier Hunderte Vogelarten, darunter ungefähr zwanzig Eisvogel-Paare. Der Seeadler ist ein treuer Besucher, den man das ganze Jahr über erspähen kann. De Biesbosch ist zurecht ein Wasserparadies.

Wir bleiben auf der Nordseite der Nieuwe Merwede, einem zwischen 1861 und 1874 künstlich angelegten Teilabschnitt des südlichsten und hydrologisch leistungsfähigsten Rhein-Mündungsarmes in den Niederlanden, und radeln dadurch an dem bewaldeten Sumpfstreifen vor dem Wasserlauf entlang. Eigentlich wollte unser Reiseführer auf einem Pfad durch dieses Teilstück fahren, aber durch den Regen der vergangenen Tage ist alles überschwemmt.

So machen wir Halt an einem der kleinen Häfen, dem „Zuidhaven“, und können dort bis an den Mündungsarm spazieren und die Flussschiffe beobachten, die hier zahlreich verkehren.

 


Dann geht es zu der großen Autobahnbrücke der E19 bei Willemsdorp, wo wir das „Hollands Diep“ auf dem parallel verlaufenden Radweg überqueren und Südholland verlassen und in die Provinz Nordbrabant kommen.

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Die Gruppe auf dem Weg nach Nordbrabant

Unsere Route führt uns gleich nach der Autobahnbrücke nach Osten und zu unserem letzten Picknickplatz am Hafen bei Lage Zwaluwe. Ein kurzer Regenschauer zwingt uns, dieses gesellige letzte Gruppenmeeting vorzetig abzubrechen.

 

 

Da die Sonne dann aber schnell wieder durchkommt, tut dies der Stimmung keinen Abbruch und wir radeln durch eine flache Landschaft über Hooge Zwaluwe, Wagenberg und Terheijden nach Breda, unserer letzten Station. Kurz vor Breda gibt es noch einen Stopp an einem kleinen – leider geschlossenen – Museum. So schlendern wir hier nur entspannt durch den hübsch angelegten Kräutergarten.

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Kräutergarten

Letzte Station Breda

Das letzte Teilstück des Radweges führt durch ein großes Industriegebiet, so dass der erste Eindruck von Breda eher verhalten aufgenommen wird. Unser Hotel liegt direkt am Bahnhof. Die Zimmer sind gut isoliert gegen den Zuglärm. Da wir von diesem Bahnhof am nächsten Tag die Rückreise antreten werden, ist der Stadort ideal.

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Valkenberg-Park

Wir machen uns nach dem Einchecken selbständig und wollen einen ersten Eindruck der Stadt erhalten. An der Rezeption macht uns eine freundliche Mitarbeiterin ein Zeichen, kurz zu ihr zu kommen. Sie hatte wohl vermutet, was wir vorhaben und überreicht uns einen Stadtplan und einige Grundinformationen. Echter Service.

Wir kommen auf dem Weg ins Zentrum als Erstes in den Valkenberg-Park, wo sich uns ein entspanntes Freizeit-Leben präsentiert. Sportlich herumalbernde Studenten, die dort den Tag ausklingen lassen. Rechter Hand erkennen wir das Kasteel van Breda, das wir am nächsten Tag bei unserer Breda-Führung sogar besuchen dürfen, obwohl es Militärgelände ist. „Fotografieren verboten“, aber man winkt uns freundlich auffordernd zu, als wir die Kameras vom Kasteel aus auf die Stadt richten.

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Grote Markt

Wir schlendern an diesem Spätnachmittag noch zum Grote Markt, wo sich rund um das bedeutendste Bauwerk der Stadt, der Grote Kerk, auf den Außenplätzen der Restaurants, Kneipen und Cafées ein buntes Leben zum Wochenausklang im schönsten Sonnenschein abspielt.

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Größtes Bauwerk von Breda: Grote Kerk mit über 100 Meter hohem Turm

Noch mehr über Breda erfahren wir am nächsten Tag bei der Führung durch einen Guide, der mit überraschendem Humor uns diese Stadt sehr sympathisch erklärt.

Royale Stadt: Breda

Breda ist die neuntgrößte Stadt Hollands und befindet sich in der Provinz Nordbrabant. Sie ist bekannt als wichtigste Nassau-Stadt Hollands. Die Familie Nassau war für den Aufschwung Bredas verantwortlich und in der Stadt wurden neun Mitglieder der Nassau-Adelsfamilie sowie der erste Prinz von Oranien begraben. Deme Hause Nassau-Oranien gehört auch die niederländische Königsfamilie an. Das prächtigste Bauwerk von Breda ist die gotische Grote Kerk mit ihrem fast 100 Meter hohen Turm.

Breda strahlt die entspannte Gelassenheit aus, die alle Städte im Süden der Niederlande zu eigen haben. Die Menschen hier scheinen den burgundischen Lebensstil verinnerlicht zu haben. Und sie leben in einer wunderschönen Stadt mit historischen Gebäuden wie der Kathedrale und dem Stadtschloss.

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Begijnhof Breda

Sehr idyllisch geht es im Begijnhof Breda zu, einer herrlichen Anlage mit den Beginen-Häusern und dem Kräutergarten. Zum Begijnhof gehört auch ein kleines Museum.

Auf dem Gelände des Begijnhof endet unsere offizielle Holland-Reise, die ihrem Thema: „Das alte Holland – an Grachten und Kanälen“ voll gerecht geworden ist.

Die Rückreise mit dem IC mit zweimal umsteigen war kein Problem. Alle Züge sind pünktlich, so dass die Anschlüsse auch gut geklappt hatten.