Ein Streifzug durch das nördliche Markgräflerland: Kleine, versteckte Museen entdecken, edle Weine probieren, spektakuläre Ausblicke vom Castellberg aus genießen, Künstler in ihrem Atelier treffen – der Tag geht schnell vorbei. Viele der versteckten Kleinode sind in privater Initiative entstanden. Eine telefonische Vereinbarung lohnt sich immer, die Ansprechpartner können von ihrem Thema viel berichten.

Vom Castellberg aus hat man einen herrlichen Blick über das nördliche Markgräflerland. Foto: © Dorothee Philipp

Genuss, Information und gute Unterhaltung in Laufen
Auf dem Weinsträßchen nach Norden gelangt man in das malerische Winzerdorf Laufen. Der Name ist Programm: Nur zu Fuß lassen sich die Gässchen und blumengeschmückten Höfe entdecken. Ganz besonders gut gelingt das bei „Essen, Wein und Laufen“, einem Genießerfest, das im weiten Umkreis seinesgleichen sucht. Weingüter, Gutshöfe, Künstlerateliers und Werkstätten öffnen ihre Pforten, Vereine und Gewerbe präsentieren sich, in den Obsthöfen kann man beim Schnapsbrennen zuschauen, und, im Weinland eine Besonderheit: ein Bierbrauer ist auch dabei.

Info: „Essen, Wein und Laufen“ am 19. August ab 15 Uhr und am 20. August ab 11 Uhr

Drei Mal Buggingen

Kalimuseum

Im Besucherstollen des Bugginger Kalimuseums. Foto: © Dorothee Philipp

In Buggingen erinnert das Kalimuseum an die Zeit des größten Bergwerks Süddeutschlands, in dem von 1922 bis 1973 Salz abgebaut wurde, 17 Millionen Tonnen Rohsalz insgesamt, aus dem Kalidünger, Brom und Streusalz gewonnen wurden. Ein besonderes Erlebnis ist es, wenn bei einer Führung der Besucherstollen aufgeschlossen wird. Ehemalige Kalikumpel haben hier in ehrenamtlichem Engagement ihr Arbeitsumfeld unter Tage nachgebaut. Originalwerkzeuge und Maschinen, Schalttafeln, Grubenbeleuchtung, Signalanlagen, Gleise – eine Parallelwelt, in der sich zur Blütezeit des Kalibergbaus 1200 Menschen unter Tage abrackerten.

Info: Kalimuseum Buggingen; Am Sportplatz 6a; geöffnet jeden ersten Sonntag im Monat 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 07631 / 180320

Bauernmuseum

Eintauchen in frühere Zeiten kann man im Bugginger Bauernmuseum „S‘ Carli Matthiese“. Foto: © Dorothee Philipp

In Buggingen hat Hans-Werner Ritter in einem über 200 Jahre alten ländlichen Anwesen ein privates Bauernmuseum eingerichtet. Hier kann man auf Zeitreise gehen, erleben, wie die Vorfahren auf dem Acker, im Stall, auf der Tenne, in der Küche und im Keller gewirtschaftet haben. Überlegen, ob der heutige nostalgische Blick die guten alten Zeiten nicht ein bisschen verklärt. Erfahren wie sich das Dorf langsam dem Fortschritt öffnete, der Telefon, fließendes Wasser und kleine Traktoren mit sich brachte.
Info: Bauernmuseum „S‘ Carli Matthiese“, Buggingen, Hauptstraße 23; geöffnet jeden Sonntag 14 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 07631 / 14647

Seifenkistenmuseum

In Buggingen erzählen im Seifenkistenmuseum über 40 bunte Seifenkisten von der ganz besonderen Leidenschaft einiger Dorfbewohner. Das erste deutsche Seifenkistenmuseum wurde 2009 eingeweiht. Der Verein Seifenkistenfreunde Buggingen sorgt jedes Jahr am Muttertagswochenende im Dorf für ein spannendes Rennen und mischt bei Meisterschaften in Deutschland, dem Elsass und in der Schweiz mit. Im Museum wird dieses quirlige Treiben vorgestellt.
Info: Seifenkistenmuseum Buggingen, Im Mittelfeld 24, geöffnet nach telefonischer Vereinbarung unter 07631 / 12113.

Glaskunst inmitten der Weinberge

Faszinierendes Spiel mit Licht und Farben im Glashaus in Ballrechten-Dottingen. Foto: © Dorothee Philipp

An der Badischen Weinstraße liegt das Doppeldorf Ballrechten-Dottingen. Direkt am Verkehrskreisel, der Ballrechten mit Dottingen verbindet, haben die Glaskünstler Andrea Widmann und Georg Krasztinat im ehemaligen „Bahnhöfle“ ihr Domizil aufgeschlagen. Auf über 80 Quadratmetern Ausstellungsfläche zeigen sie die Faszination Glas von ihrer schönsten Seite. Im Glashaus wird die im Schwarzwald beheimatete traditionelle Kunst des Glasblasens in Form und Farbe neu definiert. Zauberhafte Accessoires für Garten und Haus, elegante Schalen, charmante Glücksbringer, Becher, Kelche, Vasen – hier finden Kunst und Handwerk wie von selbst zueinander. Während Georg Kasztinat die traditionelle Glasbläserei betreibt, arbeitet Andrea Widmann mit der aus Amerika importierten Fusingglastechnik, bei der Glasteile verschiedener Formen und Farben in einem Brennofen so erhitzt werden, dass sie zu schmelzen beginnen und sich dauerhaft verbinden. Das Ergebnis: traumhaft schöne Objekte mit plastischen Oberflächen, in denen das Licht spielt.

Info: Das Glashaus Neue Kirchstraße 30, 79282 Ballrechten-Dottingen; Öffnungszeiten Dienstag bis Samstag 10 bis 18 Uhr; Tel. 07634 / 592572; www.dasglashaus.com

Wo einst Reichspolitik gemacht wurde

Der spätbarocke Kanzleibau des Heitersheimer Malteserschlosses, in dem das Maltesermuseum untergebracht ist. Foto: © Dorothee Philipp

Noch heute zeugt die mächtige Anlage des Heitersheimer Malterserschlosses von seiner ehemaligen Bedeutung als Sitz des Großpriorats des Johanniterordens in Deutschland. Von hier aus wurden die Besitzungen des mächtigen Ritterordens von Norditalien bis Schweden, vom Burgund bis Ungarn verwaltet. Nach der Umbenennung des Ordens in Malteserorden 1524 avancierte Heitersheim mit zehn dazu gehörenden Dörfern sogar zu einem selbstständigen Fürstentum innerhalb des Heiligen Römischen Reiches. Ein Merian-Stich von 1644 zeigt das Heitersheimer Schloss als gewaltiges Wasserschloss umgeben von Mauern, Wällen und einem breiten Wassergraben. Und heute? Die Anlage, deren heutige bauliche Gestalt vorwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammt, beherbergt Schwesternhäuser, Caritaswerkstätten und das sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentrum Malteserschule. Die beiden Innenhöfe mit ihren herrlichen Parkanlagen sind frei betretbar.

Und in den Kellergewölben des spätbarocken Kanzleibaus aus dem Jahr 1740 kann man der Geschichte der mächtigen Ritterorden und der 900 Jahre umspannenden Baugeschichte des Schlosses nachspüren. Seit 1985 befindet sich hier das „Museum im Schloss“ mit einer stattlichen Sammlung von Exponaten vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Ganz neu ist der Museumsgarten nebenan, angelegt nach den mittelalterlichen Vorbildern Hildegard von Bingen, Karl der Große und Walahfried Strabo. Das kleine, blühende Naturparadies vor der herrlichen Kulisse des Schwarzwaldes ist unbedingt einen Abstecher wert.

Info: Malteserschloss Heitersheim, Johanniterstraße 83a; Schlosshöfe, Schlosspark und Museumsgarten jederzeit frei zugänglich; Öffnungszeiten Museum im Schloss: Sonn- und Feiertag 11 bis 18 Uhr; Mittwoch und Samstag 13 bis 18 Uhr, Eintritt frei ; www.museum-im-schloss.de

Insel der Kunst mitten im Business

Unvergängliche Hagebutten aus Stahl im Atelierpark von Bruno Feger. Foto: © Dorothee Philipp

Die Energie der angesiedelten Unternehmen empfand der Künstler Bruno Feger als inspirierende Kraft, als er das mit hohen Bäumen bestandene Grundstück im Gewerbepark Breisgau kaufte. Der Charme des ehemaligen Militärflughafens hatte es ihm angetan, ebenso das helle, südliche Licht der Oberrheinebene. Hier verwirklichte er sich seinen Traum vom Leben und Arbeiten im selbst gebauten Haus. Seine großen Stahlskulpturen mit den eleganten floralen Formen trifft man im öffentlichen Raum von Düsseldorf, Hannover, Berlin, Frankfurt, Aachen und zahlreichen anderen Städten in Deutschland. Das Atelierhaus im Gewerbepark ist inzwischen fertig. Das große Grundstück verwandelt sich sukzessive in einen Skulpturenpark. Wer am Atelier in der Hartheimer Straße 5 vorbeischaut, kann mit Bruno Feger zwanglos ins Gespräch kommen oder an diesem inspirierenden Ort auch nur einfach Kraft tanken.

Info: Bruno Feger ist 1962 im Kinzigtal geboren. Er studierte Architektur in Berlin und ist seit 1987 frei schaffender Künstler. Bekannt wurde er durch zahlreiche Preise und Ausstellungen sowie durch öffentliche Aufträge, Arbeiten für Sammlungen und Kunst am Bau. Über seine Schriftzeichen sagt er: „Die Leere ist die Nicht-Ladung im Schiffsbauch der Linien, Zwischenraum zwischen virtueller und physisch erlebter Welt“. www.brunofeger.de

www.markgraefler-land.com