Der nächste Tag verspricht drei Höhepunkte: Zaanse Schans, Alkmaar und Egmond aan Zee und startet mit einer Taxifahrt vom Hotel in Katwoude.

Die Gruppe wird in 3 Kleintransporter verfrachtet und es geht auf der N247 wieder ein ganzes Stück Richtung Amsterdam. Ziel ist das Naherholungsgebiet „Het Twiske“, eine von Wasseradern durchzogene Landschaft mit dem großen Se „De Stootersplas“ in der Mitte. Da sich die Taxis unterwegs aus den Augen verlieren, brauchen zwei davon eine ganze Weile, bis sie den vereinbarten Startplatz an der Straße „Den Ilp“ finden.

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Het Twiske – von Schilf und Wasserflächen durchzogen

Von hier aus geht es durch das hoch mit Schilf bewachsene Gelände Richtung Norden durch das Prumerland und dann von dort wieder nach Südwesten Richtung Zaandam. Wir radeln offensichtlich unter der Einflugschneise vom Flughafen Schiphol – und rechts in Sichtweite der Autobahn. Dann noch durch ein Industriegebiet – alles nicht so richtig schön – und stehen plötzlich in „Zaanse Schans“.

„Freiluftmuseum“ Zaanse Schans

Durch die authentischen Holzhäuser und die schönen Mühlen erweckt dieses Gebiet den Eindruck eines Freilichtmuseums. Das ist es aber nicht, denn in der Zaanse Schans wohnen und arbeiten ganz normale Menschen.

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Zaanse Schans – Freilichtmuseum oder Industriedenkmal

Ungefähr 1.900.000 Besucher besichtigen jährlich dieses „Freiluftmuseum“, das mit dem Gedanken errichtet wurde, das historische Erbe dieses ältesten Industriegebiets der Niederlande zu zeigen. In Zaanse Schans gibt es das Zaans Museum.

Der Name Schans erinnert an die gleichnamige Schanze, die 1574 von Diederik Sonoy, einem Gouverneur unter Willem I, Prinz von Oranien, gegen die spanischen Angreifer gebaut wurde.

Zwischen 1961 und 1974 wurden viele alte Gebäude aus dem Zaanstreek nach der Zaanse Schans transportiert, wieder aufgebaut und in ihren ursprünglichen Zustand versetzt. Die am Ort bestehenden Windmühlen wurden restauriert, weitere aus der Zaanstreek dazugestellt. Auch in den späteren Jahren wurden immer wieder alte Gebäude dort aufgestellt.

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Bewohnte Kultur

Die Besucher können verschiedene alte Häuser, darunter eine Nachbildung des ersten Ladens von Albert Heijn,(niederländische Supermarktkette), besichtigen. Neben den Souvenirläden kann man eine Käserei, eine Küferei, einen Holzschuhwerkstatt, ein Bäckereimuseum, das Zaanse Uhrenmuseum und die weltweit einzige Farbmühle, De Kat, besuchen.

Auch alle anderen Industriewindmühlen sind zu besichtigen. Anschließend an das Freigelände befindet sich das Zaans Museum, das einen Einblick in die Entwicklung des Zaanstreeks als erstes Industriegebiet gewährt. Erzeugnisse, die auf dem Gelände hergestellt werden, Senf, Käse, Gebäck und so weiter kann man dort kaufen.

Es wimmelt auch bei unserem Besuch vor Menschen, hauptsächlich asiatischen Aussehens. Befremdlich kommt mir der Kontrast zwischen dem historischen Ensemble und der modernen Industrie-Skyline am Horizont vor. Irgendwie wirkt es künstlich.

Käsestadt Alkmaar

Danach geht es an dem Fluss Zaa entlang zum Alkmaardermeer und am Noordhollandsch Kanal nach Alkmaar. Unterwegs kommen wir noch an der Mühle von Boekel vorbei.

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Alkmaar ist weltbekannt für seinen Käsemarkt. Jeden Freitag von April bis September werden auf dem historischen Waagplein im Zentrum von Alkmaar Tausende von Käselaibe gehandelt – und das seit 1365!  Inzwischen ist dies eine so ausgeprägte touristische Show, dass unser Reiseleiter dazu sagt: „Das muss man sich nicht wirklich antun!“

Alkmaar hat aber auch ein herrliches, historisches Zentrum mit zahlreichen Baudenkmälern, netten Einkaufsstraßen und unzähligen gemütlichen Terrassencafés, Kneipen und Restaurants in allen Preisklassen.

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Wer noch etwas Kultur einatmen möchte: Dann auf ins Stedelijk Museum, ins Biermuseum, zum Beatles-Museum oder zum Käsemuseum von Alkmaar. Am Abend geht es in eines der vielen guten Restaurants von Alkmaar, wo man mit regionalen Gerichten oder typisch holländischen Pfannkuchen verwöhnt wird.

 

Egmond aan Zee

Und wenn man der Stadt dann wieder entfliehen will, dann ist man schnell am Strand von Egmond aan Zee oder in den Dünen. Und das ist unser Ziel an diesem Tag.
Wir erreichen es am späten Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein. Es ist ein typischen Nordseebad mit langer Strandpromenade und wird überragt von dem monumentalen Leuchtturm „Van Speyk“ aus dem Jahr 1834.

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Die Gebäudezeile an der Uferstraße ist weniger romantisch, doch man hat von allen Fenstern und Balkonen einen tollen Blick auf die Nordsee. Im Zentrum gibt es noch die historischen Fischerhäuschen. Das Seebad Egmond aan Zee diente schon in den 1950er-Jahren holländischen Kindern als Erholungsort.

Wir checken nun erst einmal in unserem typischen „Badehotel“ ein. Zu den Zimmern führen so steile Treppen wie bei einer Hühnerleiter. Einigen unserer Mitreisenden müssen wir helfen, die Koffer nach oben zu bringen. Die Zimmer sind ebenfalls entsprechend „antiquiert“ und  – leider – auch nicht durchwegs sauber.

Der Service sonst und das Abendessen-Menue sind jedoch sehr gut, und das tolle Wetter lässt uns die Mängel des Hotels vergessen. Zum Sonnenuntergang schlendern wir nochmals zum Strand und lassen dort den ereignisreichen Tag ausklingen.