Eine Reise zum Schimpansen-Schutzgebiet Ngamba Island: Hier können Besucher vor Ort an den Fütterungen der Primaten teilnehmen und sich über Verhaltensweisen und Schutzprogramme  informieren.

Für Urlauber, denen unser nächster Verwandter, der Schimpanse, besonders am Herzen liegt, ist ein Besuch auf Ngamba Island unerlässlich. Die Insel liegt mitten im Victoriasee, ca. 60 Minuten Bootsfahrt von der Stadt Entebbe entfernt, und ist mit rund einem halben Quadratkilometer Regenwald bedeckt. Die quirligen Primaten, die auf Ngamba Zuflucht gefunden haben, sind genetisch fast identisch mit dem Menschen. Letzte Forschungen gehen davon aus, dass die DNA von Mensch und Schimpanse bis zu 98,7% übereinstimmt. Heute leben in Afrika nur noch ca. 145.000 Schimpansen, 2002 waren es noch über 200.000.

1998 verschärfte Ugandas Regierung die Gesetze zum Schutz der Primaten drastisch und verbot Wilderei und die Jagd. Für die bei illegalem Handel gefundenen Tiere wurde nach einem Schutzgebiet gesucht, in dem Schimpansen einen möglichst natürlichen Lebensraum vorfinden. Mit Ngamba fand man ein perfektes Eiland mit einer Vielzahl an Futterressourcen in einem komplett geschützten insularen Umfeld. Gegründet wurde das Refugium vom „Chimpanzee Sanctuary and Wildlife Conservation Trust“ (CSWCT), der sich aus dem Jane Goodall Institut-Uganda und anderen NGOs zusammensetzt.

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Zurzeit leben 49 Schimpansen auf der Ngamba Island. Teilweise traumatisiert kommen die Primaten zumeist als verwaiste Babys auf die Insel. In der Auffangstation werden sie zu allererst medizinisch versorgt, gesund gepflegt und lernen, wie sie in der Wildnis überleben können. Im zweiten Schritt versucht man die kleinen Zöglinge in die bestehende Schimpansen-Gruppe zu integrieren. Dies erfordert von dem geschulten Personal, das sich als vorübergehende Ersatzfamilie betrachtet, sehr viel Liebe und Geduld. Die Betreuer isolieren dazu Affenweibchen, die als besonders liebevoll und fürsorglich gelten, aus der Gesamtfamilie und appellieren an deren Muttergefühle. Sobald diese den Familienzuwachs aufgenommen haben, schauen die Pfleger, wie sich die restliche Gruppe verhält und ob das Baby auch von dem Alpha Männchen akzeptiert wird. Der gesamte Prozess kann bis zu zwei Jahren dauern. Normalerweise dulden Schimpansen-Gruppen keinen fremden Nachwuchs.

Besucher begleiten die Betreuer auf einem Rundgang über die Insel und erhalten eine Vielzahl an Hintergrundinformationen über das Projekt, über das Leben der Schimpansen und deren einzelne Schicksale. Während der Fütterung oder auf einer Wanderung durch das Schutzgebiet erleben sie die Primaten hautnah und können so ihre Verhaltensweisen beobachten.

Auf der Insel wurden zusätzlich Übernachtungsmöglichkeiten in Form vierer Komfortzelte geschaffen, um einen längeren und intensiveren Aufenthalt bei den Schimpansen zu ermöglichen. Beispielsweise kann dann auch ein Teil der täglichen Aufgaben übernommen werden. Dazu gehören die Zubereitung der Mahlzeiten, Fütterung und die Pflege der Gehege. Die Schimpansen halten sich zwar tagsüber im Regenwald auf, kehren jedoch pünktlich zu den viermaligen Essenszeiten zurück und schlafen abends in ihrem sicheren Gehege.

Übergeordnetes Ziel des „Chimpanzee Sanctuaries“ ist es, auf die Probleme der Wildtierjagd und den Verlust der Lebensräume für die Primaten aufmerksam zu machen. Gezielt werden  Erwachsene sowie Schulklassen eingeladen, um ihnen die Auswirkungen auf die Umwelt zu verdeutlichen und Verständnis für unseren nächsten Verwandten zu fördern. Außerdem werden die Bewohner der angrenzenden Inseln intensiv in die Arbeit der Auffangstation eingebunden, sodass unter anderem zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch Obst und Gemüse bezieht das „Chimpanzee Sanctuary“ von den lokalen Märkten. Letztendlich können die Schimpansen nur überleben, wenn sie sich die Unterstützung der regionalen Bevölkerung sichern.

Hintergrundinformationen Uganda:

Uganda liegt im Herzen des Kontinentes Afrika am Äquator und besitzt einige der größten Attraktionen Afrikas: unter anderem die größte Population an Berggorillas, Schimpansen, das UNESCO Weltnaturerbe die Rwenzoriberge, vier der größten sieben Seen Afrikas und mit dem Viktoriasee den drittgrößten See der Welt, die Quelle des Nils und mit über 1.670 Vogelarten ist Uganda das vogelreichste Land Afrikas. Außerdem sind die Big Five, weitere Primaten und verschiedenste Reptilien in Uganda zu Hause. Weitere Informationen zu Uganda sind erhältlich unter: www.visituganda.com