rad-navi-104.8.2017 Die Frage, mit welchem System einer Navigation man unterwegs sein will, hat uns lange beschäftigt. Dass wir eine Lösung dafür haben wollten, stand allerdings außer Frage. Nur nach einer Karte zu fahren, ohne den eigenen Standort  jeweils zu kennen, erwies sich schon bei den ersten Touren in fremder Ungebung als sehr schwierig. Die entsprechende Kennzeichnung auf unseren ADFC-Karten gab nicht immer Aufschluss über den wahren Charakter der Strecken, und die Ausschilderung der Rad-Wege ist wie so oft rudimentär.

Es gibt ja viele verschiedene Navigationssysteme, ob Falck, Garmin, Teasy One usw. Vorschläge für Routen unter GPSies zu erstellen und dann auf den Navi zu laden. Was wir bei anderen gesehen haben, waren oft hilflose Versuche, mit Papierkarte und diesen Navisystemen den richtigen Weg zu finden. Die Erfahrungsberichte im Netz überzeugten mich auch nicht vollständig, zumal bei den meisten auch noch unzureichende Akkukapazität bescheinigt wurde. Wochenlang habe ich deshalb die verschiedenen Modelle und Angebote angesehen, Falck-, Garmin und andere Geräte mir zum Test ausgeliehen, die Kommentare und Bewertungen sowie die Testberichte im Internet und die Foren besucht. Immer wieder gab es negative Hinweise und vor allem war eine Frage ungelöst: Die Stromversorgung!

Hinzu kam die Überlegung, dass man durch ein weiteres singuläres Gerät auch zusätzlich verschiedene Ladesysteme unterwegs mitnehmen müsste.

Papier-Karte allein reichte uns nicht in fremder Umgebung
Neben der traditionellen Papierkarte haben wir natürlich ein Mobiltelefon dabei – mit dem entsprechenden Ladekabel. Ein Navigationsgerät hätte Zusatzakkus und nochmals ein Ladegerät bedeutet. Wenn man das Rad unterwegs mal abstellt, müsste man jedenfalls auch das Navi mitnehmen. Abends auch die Zusatzakkus abbauen und laden. Alles erschien mir zu umständlich.

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Nach langem Suchen hat mich dann das Fahrradhaus Stefan Budde in Glinde bei Hamburg mit einem Vorschlag überzeugt. “Navis können Sie alle vergessen. Das geht heute besser mit dem Smartphone. Zwei Kunden waren gerade mit den beiden unterschiedlichen System in Australien unterwegs und das Smartphone-System hat mit Abstand die besseren Ergebnisse geliefert.” Und wie ist es mit der Stromversorgung? “Da hatten wir vor der Reise das Lumotec-System angebaut: Lampe mit integriertem Akku, der vom Dynamo des Vorderrads gespeist wird. Davon abgehend ein Schalter zur Lenkstange zum direkten Ein- Ausschalten des Lichts. Und an diesem Schalter gibt es einen USB-Anschluß mit 5V Output. Anbieter zu finden im Internet (Google-Suchmaschine) unter: luxos lumotec iq. Preis ca. 140,- Euro.

Wir haben uns für das Iphone 5s als Smartphone entschieden, weil wir bereits einiges Kartenmaterial für unser iPad gekauft hatten und nun kostenfrei über InApp-Käufe diese auf dem iPhone installieren konnten. Das sind die Regionalkarten des ADFC im Maßstab 1:75000. Die Darstellung der Karte auf dem iPhone ist sehr gut und blendet nur bei direkter Sonneneinstrahlung. Das iPhone braucht durch diese Helligkeit natürlich viel Strom.

Angeschlossen an Dynamo und Akku lädt das neue System bei eingeschalteter Karte 1% Plus auf etwa einen Kilometer Fahrt. Bei Standby-Funktion – man braucht ja nicht ständig die Karte vor der Nase – lädt es 5% auf ca. 1 Kilometer Fahrt. Das gibt Sicherheit. Es gibt für das Iphone ohnehin eine Unmenge Apps und kostenlose Karten.

Mit diesem System haben wir Telefon und Navi in einem Gerät, das wir unterwegs vollständig mit Strom versorgen können. Die entsprechenden Halterungen gibt es ebenfalls für das IPhone 5 im Netz

Neu – Verbesserung durch Fahrtrichtungs-Modus der ADFC-Karten

Wir benutzen weiterhin die ADFC-Karten von der BVA, der Bielefelder Verlagsanstalt, je Region jetzt zwischen 3.49 und 4.49 Euro, XXL-Karten 6.99 Euro. Das Programm ist inzwischen laufend erweitert worden.

Bisher einer der Nachteile dieses Systems war, dass die Karte ein feststehendes Element war und man öfters rätseln musste, ob die Route links oder rechts weiter ging. Jetzt hat der Verlag über ein Update einen Fahrtrichtungsmodus eingerichtet. Ein kleines Kompass-Symbol unten links aktiviert diesen neuen Modus. Der eigene Standort bleibt immer in der Mitte und die Karte richtet sich nach der Fahrtrichtung aus. Etwas ungewohnt natürlich, dass die Beschreibung dann auch schon mal auf dem Kopf stehen kann.

Und der Modus, dass sich der Fahrtrichtungsmodus zurückstellt, sobald man die Karte berührt bzw. z.B. die Zoom-Funktion nutzen möchte, ist jetzt angepasst worden. Die Fahrtrichtung bleibt bei allen Zoom-Funktionen erhalten. Gerade an Kreuzungen ist dies jetzt optimal.

Diese neue Funktion ist eine wesntliche Verbesserung für die Nutzung unterwegs.

(Fotos: © Hans-Raimund Kinkel)