Die Gärten der Côte d’Azur sind wichtiger Bestandteil des regionalen Kulturerbes. Es waren die Engländer während der Belle Epoque, die viele Pflanzenarten akklimatisierten und die ersten kunstvollen Gärten anlegten. Um das botanische Kulturgut hervorzuheben, gibt’s künftig im Monat April das Gartenfestival „Festival des jardins de la Côte d’Azur“!

Fabelhafte Gärten der Côte d’Azur
Üppige Gärten gehören zum Mythos der Region. Sie entstanden fast zeitgleich wie der  Name Côte d’Azur durch den gleichnamigen Roman von Stéphane Liégard, einem heimischen Hobby-Schriftsteller. Die abwechslungsreichen Gärten verdankt die blaue Küste aber englischen Rückkehrern aus den Kolonien. Während der Belle Epoque bevorzugten sie den Ruhestand im milden Klima der Mittelmeerküste zu genießen. So fand der englische grüne Daumen den Weg an die Côte d’Azur. Die Engländer scheuten keine Mühe, Pflanzen zu akklimatisieren und prachtvolle Gärten anzulegen. Heutzutage können Gäste nicht minder 80 öffentliche Gärten bestaunen. Und wer glaubt, da könnte es einem langweilig werden, wird eines Besseren belehrt. Abwechslung wird geboten! Ob Blumenfelder der Parfümindustrie in Grasse, zierliche Privatgärten, Gärten von Museen, Schlössern, Klöstern oder schmucken Palais, Gärten mit dem Label „Jardin remarquable“ oder geheime Gärten, die sich nicht klassieren lassen – der florale Reichtum bringt selbst Gartenmuffel in Stimmung.

© CRT Côte d’Azur – Photographe : Pierre BEHAR

Neu – Garten-Festival der Côte d’Azur
Um das architektonische wie botanische Kulturerbe der Gärten der Côte d’Azur dem Publikum näher zu bringen, gibt es neu vom 1. April bis 1. Mai 2017 das erste Gartenfestival: das „Festival des Jardins de la Côte d’Azur“. Mit dem Motto „l’éveil des Sens“ (das Erwachen der Sinne) findet die Veranstaltung im ganzen Departement Alpes-Maritimes statt. Das In-Festival besteht aus einem Wettbewerb der Städte Cannes, Menton, Grasse, Nizza und Antibes. An bestimmten Orten dieser Städte entstehen temporäre Gärten auf 200 m2. Eine Jury wird die Projekte bewerten und einen Gewinner küren. Das Off-Festival findet überall im Departement statt, wo es Gärten gibt. Auf dem Programm stehen Workshops, Konferenzen, Ausstellungen, Blick hinter die Kulissen mit Tagen der offenen Türe sowie geführte Besichtigungen. Das Timing ist perfekt! Während hier der Frühling in den Startlöchern steht, gibt die Vegetation an der Côte d’Azur schon alles. Wer es blumiger mag, sollte sich die ersten Frühlingsgefühle an der Côte d’Azur nicht entgehen lassen. Detailliertes Programm unter: www.departement06.fr

Und die Blumen feiern mit
Die Côte d’Azur ist der wichtigste Produzent Frankreichs für Schnittblumen. Im Verbund mit den vielen Gärten verwundert es kaum, dass Blumen zwischen Januar und September im Mittelpunkt des Lebens stehen. Die absolute Flower Power erlebt man bei einem Korso, wenn hier noch der Winter tobt. Im Januar machen die Mimosenfeste den Saisonauftakt. Im Februar und März läuten der Karneval in Nizza und das Zitronenfest in Menton den Frühling definitiv ein. Ebenso im März ist der „Combat naval fleuri“, eine Art Blumenschlacht im Hafen von Villefranche-sur-Mer, eine Augenweide. Im April, während des neuen Garten-Festivals, finden auch das Orangenfest in Bar-sur-Loup und das Nelkenfest in Falicon statt. Im Mai haben Rosen Hochsaison. Grasse feiert die Centifolia-Rose mit Ausstellung und Fest. Auch La Colle-sur-Loup und Opio warten mit Rosenfesten auf. Vallauris Golf-Juan widmet sich währendessen der Orangenblüte. Juni ist der allgemeine Gartenmonat in Frankreich. In der Gartenstadt Menton schlachtet man das mit  dem „Mois du Jardins“ aus. Der Juli steht für die Jasminblüte in der Parfümstadt Grasse, was mit dem „Fête du Jasmin“ begangen wird. Nizza begeht den Abschluss im September mit dem Fête de la Sainte-Fleur. Zu den Veranstaltungen werden vorgefertigte Reisepackages angeboten, wo Blumenfreaks Einblicke teils hinter die Kulissen erhalten. Infos zu den Events oder Packages unter: www.côtedazur-tourisme.com

© CRT Côte d’Azur – Photographe : Aurélie JEANNETTE

Erlebnisse für alle Sinne
Dass eine Blumenpracht Augen oder Nase stimulieren kann, liegt auf der Hand. An der Côte d’Azur bezirzen sie sogar den Gaumen. Yves Terrillon setzt Rosen, Mimosen, Jasmin oder zum Beispiel Veilchen in seiner Küche ein. Im Pays de Grasse gibt er Kochkurse, die sich vorwiegend mit emblematischen Blumen der Côte d’Azur beschäftigen. Blumen für die Gastronomie werden auch im „Jardin d’Eve“, sprich in Evas Garten, in Menton gezogen. Eve Vernice ist studierte Landwirtin und hatte die Idee, essbare Blumen für die Restaurants der Côte d’Azur anzupflanzen. Sie beliefert namhafte Köche der ganzen Region, die die Blüten auf die Teller der Gäste bringen. Interessierte dürfen auf dem 2 ha großen Anwesen einen Blick über die Schulter von Eve werfen. Während des Besuchs gibt’s Bio-Blüten zu verkosten.  Und wer Blüten einmal zum Verzehr entdeckt hat, sollte die die Confisierie Florian bei Grasse besuchen. Hier gibt es vom kandierten Veilchen über Rosenblätter Süßigkeiten aus der floralen Pracht der Côte d’Azur. Noch nicht genug der Botanik! Die Tourismusämter in Grasse, Nizza und Menton bieten für Garten-Fans geführte Touren durch die Anlagen. Für einige muss man sich anmelden, denn es könnte durch private Geheimgärten gehen. Auch die Côte d’Azur Card bietet sich für die Besichtigung von Gärten perfekt an. Mit dem Passe-Partout für Aktivitäten erhalten Blumenfans kostenlosen Eintritt in die meisten Gärten. www.crea-t-yvesculinaire.com – http://cuisinezvosfleurs.hautetfort.com – www.confiserieflorian.com – www.cotedazur-card.com

Routen mit Flower Power
Etwa 1850 brachten die Engländer die Mimosen von Australien an die Côte d’Azur. Seitdem entstanden üppige Mimosenwälder. Zwischen Bormes-les-Mimosas und Grasse folgt man vorwiegend von Januar bis März der Mimosenroute auf 130 Kilometer. Wanderungen in den Wäldern, Besuche bei Mimosenzüchtern oder als Zuschauer an einem Mimosenkorso weckt man dabei die Frühlingsgeister. Das Tourismusamt von Nizza bietet hingegen mit den „Boucles Découvertes“ Einblicke in private Gärten an oder hievt die städtische Flora mit rund 60 seltenen Pflanzenarten in den Vordergrund. Ein Büchlein mit acht Routen gibt es im Tourismusamt. Diese Spaziergänge können Interessierte individuell entdecken. Die Olivenroute durchs Hinterland ist eine weitere interessante Strecke. Olivenbäume prägen das Landschaftsbild der Côte d’Azur. So bietet es sich an, die Olivenmühlen zu besuchen. Dabei darf man natürlich die edlen Öle probieren und vielleicht das ein oder andere Fläschchen als Andenken an den Urlaub erstatten. Infos zu den thematischen Routen unter: www.cotedazur-tourisme.com