Der Elbe-Radweg bietet auch für Tagesausflüge eine ganze Reihe von abwechslungsreichen Strecken, die beidseitig der Elbe entlang führen. Regional werden diese Touren auch gerne für besondere Anlässe ausgewählt – wie uns noch ein Flyer aus dem letzten Jahr vermittelt. Unter dem Motto „3 Länder, 3 Städte und 1 Fluss“ ging die „ElbeVeloTour“ im letzten Herbst auf die rund 55 km lange Strecke. Gestartet werden konnte in Lauenburg, Bleckede oder Boizenburg. Länderübergreifend streift man dabei Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Welche Stadt die meisten Radler mobilisieren konnte, sollte einen Wanderpokal bekommen. In diesem Jahr fiel diese Veranstaltung aus und wurde auf das Frühjahr 2017 (14. Mai 2017) verlegt – mit neuem Konzept soll es dann wieder rund gehen.

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Schöner, asphaltierter Radweg auf beiden Seiten der Elbe, mal auf, mal am Deich

Man braucht für diese Tour aber eigentlich gar keine Veranstaltung, sondern am besten nur gutes Wetter. Wir haben diese Rundtour schon einige Male gemacht und starteten auch diesmal Anfang September in Hohnsdorf, direkt gegenüber von Lauenburg. Nach der Brücke geht es links Richtung Bleckede, dann gleich wieder links zum Parkplatz direkt am Elbdeich.
Dort laden wir unsere Räder ab und radeln auf der niedersächsischen Seite los. Dieses Teilstück des Elbe-Radwegs zählt zu den beliebtesten Strecken und man begegnet oder radelt gemeinsam mit vielen Radtouristen im Wesentlichen auf sehr guter Strecke unten am Deich entlang. Von der Elbe sieht man zunächst nichts, sondern hat rechter Hand den Ausblick auf die landwirtschaftlich geprägte Gegend Niedersachsens.

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Elbe-Blick am Grünendeich

Am Grünendeich allerdings ist ein markanter Ausblick auf die Elbe möglich und man trifft hier laufend rastende Radler.

Weiter geht es in größerem Abstand zur Elbe bis nach Radegast, wo wir einen Abstecher in den historischen Dorfkern mit Kirche und Reethäusern machen.

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Reetdach-Kate in Radegast

Dann kommen wir am Ortseingang von Bleckede zum Schloss mit dem Informationszentrum Bioshaerium Elbtalaue. Das Schloss stammt aus dem Jahre 1600. Man kann dort eine Biberanlage, Aquarienlandschaft mit über 25 Fischarten der Elbe, Ausstellung zur Vogel- und Wasserwelt bewundern und vom Burgturm weit über die Elbtalaue schauen.

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Das Schloss in Bleckede

Empfehlenswert ist eine Pause auf der Terrasse im Schlosshof mit einem Café und leckerem Kuchen oder einer Kleinigkeit zum Essen. In Bleckede selbst begeistern die schönen Fachwerkhäuser und die St. Jacobi-Kirche.

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Am Fähranleger in Bleckede mit Hinweistafel auf die Storchenstraße

Immer wieder vermittelt die kurze Fährüberfahrt von Bleckede auf die andere Seite nach Neu Bleckede ein besonderes „Feeling“. Ich weiß nicht genau, woran das liegt – es wirkt einfach unglaublich friedlich.

Die nördliche Seite des Elbe-Radweges ist besonders schön, weil er durch die frühere Grenze an einer landschaftlich unberührten Natur entlang führt. Einige alte Wachturm-Relikte stehen noch am Weg und ein „Muss“ ist die Rast am Elbtalaue-Aussichtsturm.

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Aussichtsturm am Elbe-Radweg

Von hier ist es nicht mehr weit bis Boizenburg. Sehenswert dort das Erste Deutsche Fliesenmuseum, es gibt ein Heimatmuseum und das Elbbergmuseum, eine Historische Wallanlage und am Marktplatz das schöne Rathaus mit der Sankt-Marien-Kirche dahinter.

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Boizenburg: Rathaus mit Kirche

In Boizenburg entdecken wir „Christels Caféstübchen“ in der Königstraße 7 und genießen einen hevorragenden Kuchen und Café-Creme im gemütlichen Cafégarten. Christels Caféstübchen gibt es wohl schon 15 Jahre, für uns ist es eine Neuentdeckung. Weil es ein wenig versteckt liegt und man von außen den gemütlichen Innehof nicht einsehen kann, sind wir bisher immer daran vorbeigeradelt.

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Christels Caféstübchen – Hofcafe

Die Stärkung in Boizenburg können wir gut gebrauchen, denn von hier aus geht es erst einmal richtig steil bergauf nach „Vier“ zur Aussicht bei den „12 Aposteln“, einer Gruppe von 12 Eichen, durch die hindurch man auf die Elbe schauen kann. Einen noch besseren, weil freieren Blick, hat man aus rund 50 Metern Höhe 200 Meter weiter vom Aussichtsturm am Informationszentrum.

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Freie Sicht auf die Elbtalauen aus über 50 Metern

Dann geht es auf dem Radweg an der B5 entlang in einer großen Wellenbewegung nach Horst. Der Abstand zur Straße ist hier rund 20 Meter, so dass der Autoverkehr auf dieser Strecke nicht besonders stört.

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Auf dem Abzweig von Horst nach Lauenburg

 

Von der Inhaberin des Christels Caféstübchen bekommen wir den Tipp, in Horst nicht weiter an der B5 entlang zu fahren, was wir bisher immer gemacht haben, sondern nach links abzubiegen und an der Elbe entlang nach Lauenburg zu radeln. Ein toller Tipp, weil dieser Weg von der B5 wegführt. Er endet direkt unter der Brücke über die Elbe und wir können unbeschwert in die Altstadt Lauenburgs radeln.

Lauenburg ist immer einen Abstecher wert. Die schönen Fachwerkhäuser am Hafen und das Schloss darüber mit Aussichtsplattform, die Palmschleuse und die Maria-Magdalenen-Kirche aus dem Jahre 1227 lohnen den Besuch. Wir genießen noch den Blick von der Brücke auf das Panorama von Lauenburg und haben nur noch wenige hundert Meter bis zu unserem Auto.

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Lauenburg-Altstadt-Panorama von der Brücke aus

Mit den Pausen sind wir nun gut 4 Stunden unterwegs gewesen und unser Tacho zeigt 58 km.

Fotos: © Hans-Raimund Kinkel