Nach der Stadtführung durch den Grachtengürtel Amsterdams treffen wir uns gegen 14.00 Uhr an der Fähre über den Hafen nach Noord zum Anleger Buiksloterweg, wo wir im „Schatten“ des EYE den Landpartie-Begleitwagen treffen, um die Räder zugeteilt zu bekommen. Bis bei über 20 Personen die gebuchten Räder individuell eingestellt sind, dauert es erfahrungsgemäß. Da erstaunlich viele E-Bikes dabei sind und diese erklärt werden müssen, verzögert sich unser erster gemeinsamer Trip.

 

Aber diese erste Tour zum Hotel in Katwoude im Norden ist nur rund 25 Kilometer weit und deshalb kein Problem.

amsterdam-3-noorderpark

Amsterdam Noorderpark

Es geht zunächst durch Amsterdam Noord am Noorderpark vorbei durch enge, malerische Gassen auf dem Monnikendammerweg zum Schellingwouderbreek, einem See mit kleinen Inseln und von dort endgültig raus aus der Stadt in das „Waterland“. Und damit tauchen wir ein in eine flache Landschaft mit einer Weite, die uns nach Amsterdam richtig durchatmen lässt. Waterland ist „Nationallandschaft“, unserem Landschaftsschutzgebiet vergleichbar, also weitestgehend erhalten werden muss ohne große Neubauanlagen, ist geprägt durch die Polder, wie das eingedeichte Land genannt wird, historische Windmühlen, denkmalgeschützte Dörfer und Städte. Es gibt viel Platz, Ruhe und Natur – und Radwege, die wegen ihres erstklassigen Zustands richtig gute Laune machen.

fahrradland-auf-dem-land-3-830

Waterland – Gruppe formiert sich

Auch die Gruppe formiert sich bereits harmonisch.  Obwohl gut die Hälfte der Räder e-Bikes sind, gibt es keine Probleme mit der gemeinsamen Geschwindigkeit. Einen ersten Stopp machen wir in Zuiderwoude, einem kleinen Ort vor Broek mit einer typischen Zugbrücke. Hier erklärt uns unser Reiseleiter auch das Fahrradwegesystem mit den jeweiligen Nummern, die entsprechende Teilabschnitte bezeichnen. Dazu mehr im Beitrag über das „Fahrradland Holland“.

waterland-1

Flach und weit – Waterlands Polderlandschaft

Broek in Waterland entstand im Mittelalter als eine Siedlung im Moor (broek, nds. brook, brock, hochdeutsch Bruch). Es war im 16. Jahrhundert bereits ein Schifferdorf. Die Kirche wurde deshalb auch dem heiligen Nikolaus, Beschützer der Seeleute, geweiht. Im 17. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einem der ersten Pendlerdörfer Westeuropas. Reiche Reeder und Schiffskapitäne siedelten von Amsterdam hierher um. Zwischen 1700 und etwa 1740, als eine Art Rinderpest den Viehstapel ausrottete, war auch die Viehwirtschaft von großer Bedeutung, da die Abnehmer in der Großstadt Amsterdam gute Preise bezahlten.

broek-waterland-2

Idyllisches Zuiderwoude bei Boek

Ausländische Besucher unter anderem aus Frankreich berichteten im 18. Jahrhundert und auch später noch von der großen Reinheit und dem großen Reichtum in Broek in Waterland. Es soll sogar einen Ausdruck in der französischen Sprache gegeben haben: Je ne suis pas de Brouck, mit der Bedeutung: Ich komme nicht aus Broek in Waterland, das heißt: Ich bin nicht so reich. Trotz des Wohlstandes wurden die Häuser immer aus Holz gebaut. Dieses leichte Material bewirkte, dass die Häuser nicht in den weichen Moorboden versanken.

Zuiderwoude, das seit dem 11. Jahrhundert besteht, kannte im 17. Jahrhundert ebenfalls durch Schifffahrt und Handel eine kurze Blütezeit.

monnikendam-5-hafen

Monnikendam – Hafen

Dann erreichen wir Monnikendam. Aufgrund der Lage der Stadt an der Küste der ehemaligen Zuiderzee und nahe bei den Seen im Hinterland florierte die Schifffahrtsbranche und der damit zusammenhängende Handel. Alle Gebäude von 1355, mit Ausnahme des Spielturms, gingen bei mehreren Bränden in Flammen auf. Den Spielturm beherbergt ein Museum und kann immer noch bewundert werden, neben der Stadtwaage, der „Waag“. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Grote- oder Sint Nicolaaskerk, die hölzerne Zugbrücke am Hafen und viele der Häuser.

 

 

Wir schlendern durch den Hafen, in dem dicht gedrängt und zahlreich die typischen Plattbodenyachten liegen und spazieren zur Sint Nicolaaskerk.

Dann ist es nur noch ein kurzer Weg zu unserem ersten Landpartie-Hotel, ein 4-Sterne-Van-der-Valk-Hotel in Katwoude, das zu Volendam gehört. Volendam liegt am IJsselmeer und ist ebenfalls bekannt als Fischerdorf mit typischen, authentischen Häuschen.

damm-hoogedijk-monnickendam

Auf dem Hoogedijk-Damm

Die Zimmer im Hotel sind bestens und auch das 3-Gang-Menue zum Abendessen hat hohe Qualität und der Service ist ebenfalls sehr hilfsbereit und freundlich.

So lassen wir diesen ersten Tag dann in Ruhe ausklingen.